Donnerstag, 17. Dezember 2009

Schöne neue Welt - die 3D Technik von Avatar

James Cameron wird sich kaum zugute halten können die 3D Technik erfunden zu haben. Wohl aber, sie erstmal im Mainstream und damit kollektivem Kinogedächtnis zu verankern. Abseits aller offensichtlicher Schwächen die der Film "Avatar" (2009) auf der narrativen Ebene mit sich bringt lohnt ein genauer Blick darauf was hier eigentlich wie in 3D umgesetzt wird, welche Effekte funktionieren und - vielleicht interessanter - welche nicht.

Der Anfang von Avatar ist zwar langsam geschnitten und erzählt, fordert dem Zuschauer auf der 3D Ebene jedoch schon einiges ab. Beginnend mit der Macro-Einstellung eines Gesichtes mit extrem knappen Depth of Field (DoF) - also Schärfebereich - übergehend zu einer großen, weit in den Raum reichenden "Schlafkammer" in der Schwerelosigkeit mit sehr weitem DoF (auch weit entfernte Objekte sind scharf) und endend bei zwei winzigen Wassertropfen die über dem Gesicht des Protagonisten die einzige scharfe Ebene definieren - behutsames Herantasten an eine neue Sehgewohnheit sieht anders aus.

So braucht man als Zuschauer auch etwa 20 Minuten bis man die neue Perspektive annimmt. Und in der Tat - wenn man sich dabei ertappt das wenn man zum Vergleich ein Auge zukneift um im alten 2D Film zu landen und so schnell wie möglich wieder das zweite aufreißt um die dritte Perspektive nicht zu verpassen - dann macht die neue Technik etwas richtig.

Was aber auch auffällt sind einige Limitierungen, und hier wird es interessant sein zu verfolgen wie kommende Filme (und derer gibt es viele in 3D) mit diesen Gegebenheiten umgehen werden.

  1. Alles so dunkel hier - durch die Polarisationsfilter entsteht eine Reduzierung der Lichtstärke des Films. Das Bild wirkt signifikant dunkler als ohne Brille. Dies ist insofern problematisch als das die eingesetzten 2K Digitalprojektoren ohnehin keine Riesen der Lichtstärke sind - verglichen mit ihren analogen Vorfahren. Noch problematischer ist der sehbare Entsättigungseffekt - das Bild wirkt etwas angegraut. Auch hier hilft ein schnelles an der Brille vorbeisehen um zu vergleichen wie Farben an Brillanz verlieren. Cameron umgeht Letzeres indem er einfach alles knallbunt einfärbt - dadurch fällt der Verlust kaum auf. Bei normalen, nicht in einer Unterwasser-Bonbon-Farben Welt spielenden Handlung dürfte das Problem prominenter werden.
  2. Ist das 3D gerade aus? - mehr als prominent ist sehbar dass unterschiedliche Kameraeinstellungen sehr unterschiedliche "Sichtbarkeit" der Dreidimensionalität produzieren. In den Macro- oder Innenraumeinstellunen ist er überprominent - vergleichbar mit dem Effekt wenn man ein großes Fernglas aufsetzt: alles wirkt dreidimensionaler da die Augen weiter auseinandergezogen werden. Dies führt zu Ablenkungseffekten und Verfremdung, es wirkt keineswegs "natürlich". Zu fragen ist hier ob Cameron dies bewusst als Stilmittel einsetzt oder ob es keine andere Einstellung gibt. Dem gegenüber sind sehr weitläufige Szenen relativ flach: der Flug über die Baumkronen am Anfang etwa wirkt absolut flächig - wie im echten Leben.
  3. Nein da will ich sitzen! - brutal gesprochen eigenen sich nur ca. 1/4 aller Sitze eines Kinos für einen wirklich eindrucksvollen 3D Effekt. Immersion setzt generell voraus das 30% des Sichtwinkels von der Leinwand eingenommen werden. Es loht also Plätze zu reservieren und sich mittig in das vordere Drittel des Kinos zu setzen.
  4. Was ist hier los? - 3D wirkte auf mich dann ab überzeugendsten wenn es langsam eingesetzt wurde. Wenn sehr viele kleine Partikel chaotisch durch den Raum spritzen - etwa aufgewirbeltes Wasser, berstendes Holz etc. war zumindest mein Hirn nicht mehr in der Lage dies sinnvoll mit Rauminformationen zu verknüpfen.
  5. Wo gibt's was zu sehen - das große Problem der alten IMAX 3D Filme war das man überfordert war wo man eigentlich hinschauen sollte. Alles war scharf, alles so groß, so viel Gewusel. Dieses Problem umgeht Cameron souverän indem er die Tiefenschärfe in vielen Szenen extrem rediziert - fast immer ist nur ein Objekt scharf, auf das orientiert sich das Auge automatisch und die Umgebung wird nur als Zusatzinformation mit Raumtiefe interpretiert. Sehr gut so, fraglich nur warum das 20 Jahre brauchte bis dieses uralte Stilmittel des Films auch auf 3D Anwendung findet.

In der Summe muss man sagen das Avatar als Film komplett belanglos, für die 3D Technik aber der Durchbruch ein wird. Auch wenn man all die obigen Probleme berücksichtig - ich würde diesen Film nicht in 2D schauen wollen. Die Hälfte der Zeit saß ich im Kino und dachte "uh - diese Technik jetzt mal bitte bei GUTEN Filmen!" Star Wars, 2001, Herr der Ringe, Matrix 1 - das wäre ein Fest.

Freitag, 30. Oktober 2009

Die Apple Magic Mouse - Anspruch und Wirklichkeit



Oder: warum Apple immer auf halber Strecke stehenbleibt


Steve Jobs wird nachgesagt, seine Mitarbeiter mit seinem Perfektionismus an den Rand der Verzweiflung zu treiben - und darüber hinaus. Er sei der „ultimative Nutzer“, der alles nur aus seiner Sicht definiert.

Diesen Perfektinismus finde ich immer seltener bei Apple Produkten. Vielmehr entstehen halbgare Hard- und Software am Fließband. Die neue Magic Mouse ist hier ein einschlägiges Beispiel.



Auf die Mausfunktionen im engeren Sinne will ich weniger eingehen: die Laserabtastung erscheint solide wenn auch nicht überragend, kleine Ruckler in der horizontalen Bewegung sind auf gleichmäßigem Untergrund durchaus festzustellen, stören aber nicht im täglichen Einsatz. Genauso gut oder schlecht wie der Vorgänger, die Mighty/Apple Mouse, würde ich sagen.

Die Form ist extrem Flach. Das ist zuallererst mal eine Gewöhnungsfrage: die flachen Tastaturen riefen bei mir zunächst auch Skepsis hervor, mittlerweile verehre ich sie. Die Tastatur meines MacBook Pro Unibody würde ich sogar als kompromisslos gut bezeichnen - ebenso wie das dazugehörige Glas-Touchpad vielleicht das überzeugendste Stück Hardware ist, das Apple im letzten Jahr veröffentlicht hat.

Ob die flache Form nun also auch bei der Maus funktioniert, wird sich im längeren Test erweisen müssen, auf jeden Fall muss man seine Handhaltung umstellen.


Worauf ich aber detailliert eingehen möchte, ist die mit einigem Tamtam vorgestellte Touch-Oberfläche. Die funktioniert auf rein technischer Ebene perfekt: jede Bewegung zum Scrollen oder Wischen wird exakt umgesetzt, der Eindruck hier wirklich ein „draufmontiertes Touchpad“ zu haben entsteht ganz unmittelbar.


Die Frage ist nur: warum nutzt Apple es nicht. Die bisher unterstützen Funktionen sind:

  1. Scrollen (vertikal/horizontal, also das was man bisher mit der Mauskugel der Mighty mouse auch schon konnte)
  2. Zwei-Finger wischen nach links und rechts.
  3. Links und Rechtsklick durch mechanisches runterdrücken der kompletten Maus (exakt wie bei der Mighty Mouse)

Das war es.

Ehrlich.


Wir sind also auf dem Stand angelangt, den die Apple Touchpads vor drei Jahren hatten. Hier also eine Liste der Funktionen, die offensichtich auf der Ebene der Treiber fehlen:

  1. Zoomen (mit zwei Fingern auseinander/zusammen) - die angebotene „drücken sie doch gleichzeitig die ctrl-Taste“-Alternative ist Unfug;
  2. zwei Finger scrollen nach oben/unten (womit auch immer man das belegen könnte, etwa „Spring zu Anfang oder Ende“ oder „Starte Expose und Spaces“);
  3. drei Finger Gesten (wären problemlos auf der breiten Fläche abbildbar, auch mit meinen dicken Fingern);
  4. Klicken durch reines Berühren der Oberfläche, nicht das archaische Niederdrücken der Maus;
  5. Rotationsgesten links/rechts.
  6. Alternative Bediehnung: warum nicht die ganze Oberfläche wirklich als Trackpad nutzbar machen, also die Fingerposition verändert auch die Mauszeigerposition.

Wir haben also keinerlei Fortschritt in der Funktionsvielfalt gegenüber der Mighty Mouse: es fehlt sogar die dritte Maustaste (Niederdrücken der Kugel) und belegbare Seitentasten.

Jetzt stellt sich mir ganz konkret die Frage: Warum tut Apple das. Oder konkreter: warum tun sie so vieles nicht, warum verweigern sie sich „to walk the extra mile“.


Es ist umso unverständlicher wenn man sich anschaut, dass mit MultiClutch seit Jahren (!) ein einfach zu nutzendes Tool für OSX existiert, mit dem man seinem (Multi-)Touchpad praktische Tipps beibringen kann.


Warum wird dieser Ansatz nicht von Apple übernommen, oder am besten gleich der Hobby-Entwickler eingekauft, wie man es bei CoverFlow gemacht hat? Das nächste Beispiel: Momentum Scroll.


OSX hinkt hinter dem iPhone hinterher - seit Jahren


Momentum Scroll ist, kurz gesagt, alles was die iPhone Bediehnung so hübsch macht: ein sanftes „Ausrollen“ nachdem man gescrollt hat, was auf dem iPhone bekanntlich eher zu einem „Schubsen“ als zu einem Scrollen führt. Jeder liebt es. Warum wurde das nicht für OSX adaptiert? Das dies relativ problemlos möglich ist, beweist mit SmartScroll wiederum ein anderer Hobby-Entwickler.

Seine Implementierung ist so perfekt und „sleak“, dass mir jeder OSX Rechner ohne SmartScroll wie ein Relikt aus der Steinzeit anmutet. Sprich: wie ein olles Nokia Handy im Vergleich zu einem iPhone. Nun hat Apple nach Jahren ein Einsehen und implementiert dieses „momentum scroll“ genannte Spektakel in die Magic Maus Treiber - an und abschaltbar.


Nur:

  1. Das Scrollen ruckelt. Es ist hässlich. Man will es sofort abschalten. Im A/B Vergleich ist die butterweiche SmartScroll-Implementierung um zwei Generationen überlegen.
  2. Warum nur für die Magic Mouse und nicht auch für alle Rad-Mäuse und Touchpads? SmartScroll beweist kompromisslos, dass es gerade für Touchpads extrem nützlich ist.

Es will mir nicht in den Kopf, dass Apple sich TRAUT das Feature auf diese Art zu implementieren wenn ein (von mir sehr geschätzter) Hobby-Entwickler dasselbe in besser seit Jahren zum Download anbietet.


Nun mag man einwenden: nur Gemach, das wird Apple alles nachreichen.

Vermutlich werden sie das tun, irgendwann. Und hier beginnt der zweite Teil meiner Philippika: warum wendet Apple seit Jahren diese enervierende Salamitaktik an, was nützliche Features angeht? Hier mal einige Paradebeispiele:

  • das iPhone ist nicht nur eine „Ikone der user experience“ wie es so schön heißt, sondern auch eine einzige große Riesensalami, um im Bild zu bleiben. Und ich meine jetzt nicht so lächerlich zu vernachlässigende Features wie cut&paste. Die Älteren unter uns werden sich erinnern: es gab eine Zeit, da gab es keinen App-Store. Da wusste niemand, dass es einmal so etwas wie Apps geben könnte. Auch wusste niemand, was für ein 3D Chip eigentlich im iPhone verbaut wurde und was man alles aus den Lagesensoren heraushohlen konnte. Und wir erinnern uns weiter: dieser Zustand dauerte EIN JAHR an. Dann plötzlich ging auf der Keynote die Bombe hoch und man dachte: OMFG - was habe ich da ein Jahr lang bloß unwissend in der Hand gehalten? Nun spricht es natürlich für eine kaum zu unterschätzende Überlegenheit von Apple, dass man sich diesen Ein-Jahres-Featurefreeze leisten kann - aber war das nötig?
  • Snow Leopard und das 64 Bit Drama: dass sich SL nicht voreingestellt mit 64 Bit sondern 32 Bit bootet - geschenkt. Aber warum gelingt es nicht, zumindest die Flagschiff-Applikationen von OSX, iTunes und iPhoto etwa, in 64 Bit herauszubringen? Was haben die Entwickler eigentlich ein langes Jahr lang gemacht, seitdem SL angekündigt wurde?
  • Wo wir bei iTunes sind: das ist eine Ikone der Mittelmäßigkeit. Die grundlegenden Verwaltungsfeatures sind super, hier erfüllt es 90% meiner Use-Cases. Mehr will ich gar nicht verlangen. Aber: warum bitte ist das Scolling so ruckelig? Im Vergleich zu iPhoto oder Apple Mail fühlt sich die ganze Oberfläche behäbig, ruckelig, unfertig an. Und dieser Zustand besteht seit Jahren. In iPhoto werden wesentlich komplexere Daten in gleicher Anzahl verwaltet und trotzdem ist alles hübsch und flüssig.
  • das iTunes LP-Format: wie lieblos geht es eigentlich noch? Warum müssen wir monatelang warten, bis es auf dem (ebenfalls eine Ikone der Mittelmäßigkeit) Apple TV läuft? Und warum werden die LP-Daten nicht auf dem iPhone und iPod Touch angezeigt, die doch dafür wie geschaffen sind? Es tröstet wenig zu hören: „das wird alles für das Tablet aufgespart“ - wir leben im Hier und Jetzt.

Es scheint mir im Ergebnis so zu sein, dass die erste Implementierung neuer Soft- und Hardware immer nur auf einen niedrigen Minimalkonsens hin optimiert ist. Für mich ist das eine Frage mangelnder Qualitätskontrolle. Ruckelnde Software wie iTunes oder Momentum Scroll sollte es 2009 nicht mehr geben.


Vielleicht ist Steve doch sehr krank.

Oder, wie ein Freund twitterte: „viel Maus, wenig Magic“.

Sonntag, 10. Mai 2009

Escape to the 20th century - eine Woche leben wie unsere Eltern





Die Einschläge werden dichter: Killerspiele, Zensursula, Paintball-Verbot - die Generation 45+ macht ernst. Es soll all den maroden Entartungen der heutigen Jugend an den Kragen gehen, und dank fester Verankerung in Legis- Juri- und Exekutive wird dies auch schnell in Form gegossen, zumal im Wahljahr 2009.


Es gehört nicht viel dazu, hierin nicht nur einen Konflikt auf der Inhaltsebene, sondern auch auf der Beziehungsebene zu verorten: mindestens zwei Generationen haben sich entkoppelt, leben in unterschiedlichen Welten.

"Meine" iPhone/Twitter/Counterstrike Generation fühlt eine gewisse Machtlosigkeit: selbst wenn man mit "den anderen" diskutiert, hat man den Eindruck es bringt ja eh nichts, da sie einfach die neuen Medien- und Kommunikationsformen nicht einmal ausprobieren wollen.


Andererseits: auch in meinem Freundeskreis gibt es Leute die mir beim abendlichen Treffen als erstes das iPhone wegnehmen wollen. Und: sind 65.000 politisch aktivierbare Twitter-Nutzer in Deutschland überhaupt eine relevante Größe? Bewegt man sich nicht eigentlich in einer völlig artifiziellen Web 2.0 Blase, die mit den "normalen Menschen" da draussen überhaupt nichts mehr zu tun hat? Was, wenn wir nicht die Speerspitz der Avantgarde sind, nicht Early Adopters, sondern einfach nur ein kruder, bald aussterbender Nebenzweig der Kommunikations-Evolution?


Und, eines muss ich zumindest für mich klar sagen: so wie ich anderen vorwerfe das sie "das Neue" nicht ausprobieren, so wenig habe ich noch eine klare Vorstellung davon wie sich 2009 das "analoge Leben" eigentlich anfühlt.


Daher unternehmen wortkomplex und ich ein Experiment: wir kehren zurück ins letzte Jahrtausend. Wir leben so wie unsere Eltern, fast alle Kanäle unserer jetzigen Lebens sind für eine Woche verboten:


- kein Twitter

- kein TwitterTV

- kein tumblr

- kein Flickr

- keine Blogs

- generell keine social media/network Seiten

- kein del.icio.us

- kein SKYPE

- kein YouTube

- kein last.fm

- kein SPON

- generell keine Internet-Medienportale

- keine RSS-Feeds

- eigentlich ist überhaupt keine private Internet-Nutzung erwünscht (beruflich lässt es sich nicht vermeiden)

- eMails nur zu beruflichen Zwecken

- keine Handy-Photos

- an iPhone-Apps sind nur erlaubt: Mail, Kalender, iPod, SMS, Uhr


Wir sind dann mal weg...


Montag, 4. Mai 2009

Online-Petition gegen Internetzensur

Liebe LeseInnen und Leser,

an dieser Stelle etwas ausgesprochen Ernstes: es geht um die Freiheit der Internet-Nutzung in diesem unseren Lande. Die ist durch die aktuellen Gesetzesinitiativen von Ursula von der Leyen aktiv gefährdet, und das in einem Umfang der so bisher nicht bekannt war in Deutschland. Ich will jetzt nicht den ganzen Diskurs aufrollen da dies in vielen anderen, politischeren Blogs schon erfolgt ist. Die vermutlich beste Übersicht über dieses Thema findet sich bei Heise, diesen Wissensstand sollte in der Tat jede(r) der im Internet unterwegs ist und dies auch in ein paar Jahren noch sein möchte kennen:


Man kann nicht zu China NEIN sagen und zu #zensursula SCHWEIGEN.





Bevor ich die Teilnahme an dieser Petition

https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=3860

dringend empfehle, noch einige persönlichen Ansichten zu dem Thema meinerseits:
  • Es geht m.E. nicht um Kinderpornographie. Das Gesetz wird nicht die Misshandlung auch nur eines Kindes verhindern.
  • Die Sperren sind nachweislich technisch völlig sinnlos und von Laien innerhalb von 30 Sekunden zu umgehen
  • Mein Hauptkritikpunkt ist in der Petition schön ausgeführt: es entsteht ein Kontrollsystem, das sich selbst jeglicher demokratischer Kontrolle entzieht. SO funktioniert die Gewaltenteilung in unserer Republik nicht, das MUSS man ablehnen egal welchem Zweck es dienen mag. Eine zumindest parlamentarische Kontrolle MUSS gewährleistet sein.
  • Diverse Interessengruppen etwa aus dem Urheberrechtsbereich wetzen schon die Messer um ihre Sperrvorschriften nachzureichen. Ist der öffentliche Widerstand gegen Zensur erst einmal gebrochen bei dem man "ja nicht dagegen sein kann", fallen die nächsten Schritte wesentlich einfacher (Stufentheorie).
  • Es zeigt sich nur allzu beschämend, das unsere politischen Repräsentanten und Abgeordneten von den Inhalten (Internet) um die es hier geht nicht den Hauch einer Ahnung haben. Die Bezeichnung "Internetausdrucker" ist hier sachlich korrekt gewählt. Das macht mir Angst: von DEM gesellschaftlichem Umwälzungsmechanismus unserer Generation haben unseren politischen Handlungsträger keinen blassen Schimmer.
  • Worauf ich allergisch reagiere ist politischer Eiertanz um klare Aussagen herum. Exemplarisch sei hier von der Leyen genannt die binnen 5 Minuten ausführt "Speicherung der Benutzerdaten findet nicht statt" und dann "wiederkehrende Besucher die es versuchen machen sich strafbar und werden verfolgt". Wie IN ALLER WELT will ich wiederkehrende Besucher identifizieren wenn ich die Besucherdaten nicht speichere? Hier soll vertuscht werden das eine Speicherung beim BKA sehr wohl stattfindet, und auf so ein durchsichtiges Manöver kann ich mit nichts anderem als einer Rücktrittsforderung reagieren.
Hier gibt es eine Sammlung von Beiträgen über Ursula von der Leyens Politikstil

Ich hoffe inständig, dass kundige Juristen diesem Spuk ein Ende bereiten oder sich doch alles als Paranoia herausstellt. Aber eines will ich mir nicht nachsagen lassen: dass meine Kinder mich nachher fragen "warum habt Ihr nichts getan". Die "Fakten" liegen auf dem Tisch, jetzt ist es für uns an der Zeit zu handeln.

Kann man mit Guitar Hero World Tour wirklich Schlagzeug spielen lernen?

Seit Monaten treibt mich, angeheizt durch die launige Debatte auf einem befreundeten Blog, die These um: "mit einem nur leicht modifiziertem Plastik-Drumkit von Guitar HEro World Tour kann man die Grundzüge des Schlagzeugspielens lernen".
Meine These: um Gegensatz zu den Plastikgitarren lernt man am Schlagzeug wirklich annähernd die "echten" Abläufe.
Dazu hat es nun ein Experiment gegeben. Hier jedoch zunächst das umgebaute Drumkit im Einsatz:


Bitte auf YouTube in HD ansehen, dann ist der Sound wesentlich besser!

Die Frage war ja aber nun: reichen diese dann doch sicht- und hörbaren Fähigkeiten, auch ein echtes Schlagzeug spielen zu können? Ein Bekannter besitzt nun zufälligerweise ein Tonstudio, mit einem ausgewachsenen Schlagzeug drin. Also: Beamer dort aufgebaut, und mit dem echten Schlagzeug zu den Noten gespielt - das Ganze aufgenommen und wiederum über die Spiel-Tonspur gelegt. Hier das Ergebnis, bitte unbedingt nur in YouTube in der HD Auflösung (Sound!) ansehen:




Da das Ganze nicht gerade selbsterklärend ist, hier ein F.A.Q. zu dieser Aktion:

F: Warum machst Du so was?
A: Weil es mir Spaß macht Dinge zu optimieren und Leute zum Lernen zu verführen. Hierbei: probiert Schlagzeugspielen! Es ist einfacher als Ihr denkt.

F: Was genau sehe ich in dem Video?
A: Dreierleih. Im großen Fenster läuft die Drumspur im Schwierigkeitsgrad "hard" von "Creep (Radiohead)" ab. Sie zeigt alle "Noten" die man im Spiel auf dem Drumkit treffen muss damit der Song ordentlich im Spiel gespielt wird. Ein musikalisches "Malen nach Zahlen" wenn man so will. Im Fenster rechts oben sieht man entsprechend, wie ich die bunten "Noten" auf dem gemoddeten GHWT Drumkit spiele. Der Durchgang ist nebenbei nicht perfekt, ich habe nicht geübt und mache einige Fehler, die Trefferquote lag bei 86% - ordentlich aber nicht berauschend. Im Fenster links sieht man nun, wie ich zu denselben Noten auf dem echten Schlagzeug spiele - man kann schön vergleichen das die Bewegungsabläufe identisch oder zumindest sehr ähnlich sind!

F: Was höre ich?
A: Man hört die Gesang-, Bass- und Gitarrenspur der Rock Band Version von "Creep" ohne die Schlagzeugspur. Dazu gemischt das im Studio abgenommene Schlagzeug das ich spiele.

F: Warum Rock Band? Sagst Du nicht immer das GHWT in der Schlagzeugumsetzung besser ist?
A: Auf jeden Fall, wesentlich besser sogar. Aber: Nur Rock Band hat einen "no fail" Modus der es ermöglicht, die Spur den ganzen Song lang durchlaufen zu lassen ohne auch nur eine Note zu treffen - das braucht eich aber für die Separierung der anderen Audiospuren (s.o.)

F: Warum buhen die Leute am Anfang so?
A: Eben weil keine Note getroffen wird: das echte Schlagzeug ist ja nicht an die Konsole angeschlossen. Dank des "no fail" Modus ist das aber egal.

F: Hast Du schon mal Schlagzeugunterricht genommen?"
A: Nein. Ich habe vor 12 Jahren mal zwei Stunden an einem gesessen, und eben einige Wochen jetzt an meinem Gemoddeten GHWT und Rock Band gespielt. Mehr nicht.

F: Was war anders am echten Schlagzeug?
A: Snare, Toms, HiHat, Ride-Cymbal und Bassdrum waren sehr ähnlich. Da das GHWT HiHat kein Fußbedal zum öffnen hat, fehlt einem hier aber die Übung: entsprechend spiele ich auf dem echten Schlagzeug nur mit geschlossenem HiHat. Ferner ist das Crash-Cymbal (auch "Abschlag-Becken" genannt) auf dem Echten vorne links positioniert - da musste man sich erst mal umgewöhnen. Aber im Großen und Ganzen fühlte man sich schnell zu Hause...

F: Was war das Schwierigste am Spielen? Einige Passagen hören sich ja nicht so doll an...
A: Zweierlei: erstens hat man anders als im Spiel keine quantisierten Sounds. Wenn man also etwas neben dem Takt spielt, korrigiert das niemand. An einigen Stellen kann man das gut hören, etwa am Anfang bis ich "reinkomme". Das könnte man lindern wenn man ein Metronom zur Hilfe nehmen würde, aber das war mir zu viel Aufwand. Zum anderen war es schwierig den Übergang zwischen den verschiedenen Drum-Patterns (Sequenzen) und Fill-Ins (Zwischenstücken) hinzubekommen - hier hört man recht deutlich das ich eben doch blutiger Anfänger bin. Mit etwas Übung ließe sich das aber denke ich in den Griff bekommen.

F: Hm ich mag mich täuschen: aber in Deinem ersten Film schaffst Du es an kener Stelle den Takt sauber für 30 Sekunden zu halten?
A: Das ist leider richtig. Liegt aber nicht na mir, sondern an GHWT: dort hat man im "Freispiel" Modus eine Latenz von ca. 20ms auf den Drums. Nicht viel, aber gerade genug um einen ständig rausfliegen zu lassen. Im eigentlichen Spiel tritt das nicht mehr auf. Ist im Internet bekannt, es gibt aber (derzeit) keine Abhilfe. Die Latenz ist in Rock Band ebenso da, hier kommt aber noch hinzu dass die Pads nicht anschlagdynamisch sind und das zweite Becken ganz fehlt.

F: Hast Du nur den einen Song aufgenommen?
A: Nein, insgesamt vier. Es ist aber recht aufwändig das so zusammen zu montieren, vielleicht veröffentliche ich aber noch mal meine Version von "Reptilia" :-)

F: Das Modding scheint mir recht aufwändig. Muss das wirklich sein?
A: Zumindest für das HiHat: ja, sonst kann man nicht "gekreuzt" spielen wie auf dem Video zu sehen. Das HiHat zu modden ist aber sehr simpel: einfach einen Ständer für 9€ nehmen und das Miniklinken-Kabel umleiten. Das Modding des Ride/Crash-Beckens ist eher überflüssig würde ich sagen.

F: glaubst Du wirklich jetzt Schlagzeug spielen zu können?
A: Jein. Ich denke für einfache Songs wird es mit ein wenig Übung reichen, zumindest wenn es nicht um perfekte Studioaufnahmen geht. Das wird niemand von sich behaupten können der in GHWT/RB die Gitarre spielt: da lernt man nicht ein echtes Instrument zu spielen. Es gibt aber in GHWT/RB auch sehr vertrackte Songs, bei denen bei mir sehr schnell Schicht im Schacht ist. Und da fehlt mir ehrlich gesagt auch die Motivation das stundenlang zu üben.
Derzeit.

Donnerstag, 23. April 2009

Machst Du schon den Ian-Knoten?

Ja, diese Story ist von SPON geklaut, aber so lebensnah, dass ich nicht umhinkomme es hier zu thematisieren. Schließlich erstreckt sich die Optimierung unseres Daseins nicht nur auf die letzten Fragen, sondern auch im Kleinen gibt es viel zu verbessern.
Nun also: Schnürsenkelknoten.
Informatiker machen die Welt schöner, in diesem Fall Ian Fieggen aus Australien. Er hat (angeblich) mathematisch berechnet, welcher Schleifenknoten der besthaltenste sein kann, und heraus kam: der "Ian-Knot". Der hat drei Vorteile:
  1. sehr symmetrisch
  2. extrem haltbar
  3. wahnsinnig schnell zu schnüren
Die Anleitung auf seiner Seite sieht kompliziert aus; und ganz einfach ist es zu Beginn wirklich nicht. Aber: das ist der "Standard-Schuhknoten" eigentlich auch nicht, nur dass man ihn seit Jahren täglich macht.

Ich, immer an Fortschritt interessiert, habe also auf den Ian-Knoten umgesattelt und muss sagen: es funktioniert. Es geht wirklich schnell und er ist mir auch erst zwei Mal aufgegangen.

Letztlich ist es vor allem das perfekte Smalltalk Thema auf Partys: "Hey, machst Du eigentlich schon den Ian-Knoten?" - denn ein Hingucker ist diese Schnürmethode allemal:


Donnerstag, 12. März 2009

Würden Sie von diesem Mann ein eBook kaufen?


Selten wurde eine an sich schöne, neue Technologie mit so warmen Worten den potentiellen Käufern angeboten:

"Wir werden in aller Schärfe gegen den illegalen Download, gegen den Diebstahl im Internet, vorgehen" und "die Gerichte mit Tausenden von Verfahren beschäftigen", sagte der Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Alexander Skipis, zur Eröffnung der Leipziger Buchmesse am Donnerstag.
Herzlichen Glückwunsch. Ich starte schon mal meinen Scanroboter und produziere mir die eBooks für meinen SONY Reader doch lieber selber. Ich schaue dann wieder vorbei sobald Apple eBooks in seinem Store hat...


Mittwoch, 11. März 2009

Star Trek Trailer


Seit vielen Jahren hat mich ein Trailer nicht mehr so begeistert. Ich glaube gestern im Kino hatte ich zum ersten Mal wieder Gänsehaut seit Darth Maul im EP1 Trailer sein Doppelklingen-Laserschwert gezündet hat...


Zachary Quinto, den "Sylar" aus Heroes als jungen Spock zu casten war schon mal der Geniestreich des Jahrhunderts. Aussehen, Timbre der Stimme, stoisch entrückter Habitus - da stimmt alles.
Möglich das der Film trotzdem Murks wird aber DANKE für diesen Trailer.


Samstag, 28. Februar 2009

Apple Safari 4 alltagstauglich erweitern

Ich nutze seit vielen Monaten die Nightly Builds des Firefox 3.1, habe aber langsam keine Lust mehr zu warten - und 5 Abstürze pro Tag sind auch nicht das Wahre. Konsequenterweise habe ich jetzt mal auf die Safari 4 Beta umgestellt, die in der Tat schön stabil und flott läuft.

Nur: "out of the box" fehlt dem Firefox verwöhnten Nutzer doch einiges an Funktionalität, die man aber - zumindest für die MAC-Version und nur um die geht es hier - völlig kostenfrei nachrüsten kann:
  1. AdBlock Plus Werbeblocker
  2. OpenSearch Suchfeld
  3. Konsequentes Tab-Handling
  4. Ladebalken
  5. Syncen von Bookmarks
  6. Touchpad-Gesten
Hier daher das 10-Minuten Paket um den Safari alltagstauglich umzubauen:

1) AdBlock Plus Werbeblocker
Ich habe noch nie auf ein Internet-Werbebanner geklickt und nehme mir daher die Freiheit diese auszublenden. Die Entscheidung ob man das will muss jeder für sich selbst entscheiden. Auf dem Firefox gibt es das konkurrenzlose AdBlock Plus um 90% aller Werbung auszublenden - und denselben Mechanismus kann man auch in Safari einbauen. Die Lösung heisst Safari AdBlock und nutzt die original AdBlock Plus Werbelisten. Ich baue manuell noch diese Adresse dazu:
http://maltekraus.de/Firefox/adblock_site-specific-elemhiding.txt
Damit kriegt man wirklich alles raus. Safari AdBlock läuft nicht ganz so komfortabel wie die Firefox Version, so kann man etwa nicht schnell und dauerhaft Seiten vom Filter herausnehmen. Egal, die Vorteile überwiegen hier die Nachteile.

2) OpenSearch Suchfeld
Die Integration von OpenSearch war für mich eines der Killer-Argumente bei Firefox zu bleiben - zu praktisch ist die schnelle Umschaltung der Suchbox für andere Quellen als Google: Amazon, Ebay, IMDB, LEO, Wikpedia - alle Suchfelder dieser Seiten und tausend anderer in einem Klick zu erreichen. Safari hatte das nicht, und einigermaßen erschüttert musste ich feststellen das es auch in der Safari 4 Beta nicht implementiert ist - obwohl selbst Microsoft den Standard in den Explorer eingebaut hat. Mein Statement hierzu im Heise Forum erhiehlt den Kommentar: "braucht eh keiner, ist zu kompliziert für Apple." Hm ja. Dasselbe hätte die Person vermutlich vor drei Jahren über Tabs gesagt. Tatsache ist, das die Funktion im Firefox von zu wenigen gefunden wird - aber wem immer ich sie zeige, der nutzt sie danach begeistert und regelmäßig.
Zum Glück gibt es für den Safari (auch 4) eine brauchbare Alternative: keywurl. Sonderbarer Name, steht für "Keyword-URL" und funktioniert so: man sich sich irgendwo im Internet ein Suchfeld, klickt die rechte Maustaste, sagt "Create Keyword Search", definiert ein Kürzel - etwa "w" für Wikipedia, fertig. wenn man jetzt in die ULR-Box "w Obama" eingibt, wird automatisch in der Wikipedia nach "Obama" gesucht. Einfach, praktisch, sogar noch schnell über cmd+t (neuer Tab, Focus auf URL-Box) zu steuern als die OpenSearch Variante. Funktioniert gut und retten den Alltag, was Apple nicht davon abhalten sollte endlich OpenSearch zu implementieren.

3) Konsequentes Tab-Handling
Wenn ich einen Browser habe der mit Tabs arbeitet will ich, das auch alles in Tabs geöffnet wird. ALLES. Es gibt schlicht keinen Grund irgendetwas als neues Browserfenster zu öffnen. Zum Glück kann man dieses konsequente Verhalten Safari beibringen: einfach im Terminal diesen Befehl absetzen:
defaults write com.apple.Safari TargetedClicksCreateTabs -bool YES
4) Ladebalken
Safari 4 scheint bei jedem Klick erst mal eine Steve Jobs Gedenksekunde einzulegen - es passiert nichts und dann schwupps baut sich sie Seite auf. Auch wenn Steve das sicher gut brauchen kann: es stört. Die Wirkung ist m.E. jedoch eine eher eine psychologische: man sieht halt nicht das sich irgendwo etwas tut. Das liegt vor allem daran, das der hübsche blaue Ladebalken aus unerfindlichen Gründen abgeschaltet wurde. Hiermit gibt es den wieder, über das Terminal abzusetzen:
defaults write com.apple.Safari DebugSafari4IncludeToolbarRedesign -bool NO

defaults write com.apple.Safari DebugSafari4LoadProgressStyle -bool NO
Und schon hat man - psychologisch - das Gefühl das Internet sei wieder doppelt so schnell.

5) Syncen von Bookmarks
Ich traue MobileMe nicht für 5 Minuten - das Syncen zwischen zwei MACs führte regelmäßig ins Chaos. Daher habe ich für das universelle Syncen von Bookmarks quer über alle Browser und Betriebssysteme diese Lösung gefunden: Foxmarks. Verdient - ähnlich wie Dropbox für Storage - ganz anders als MobileME das Prädikat: funktioniert diskret und perfekt.

6) Touchpad-Gesten
Safari 4 unterstützt die neuen Touchpads nur sehr stiefmütterlich. Aber auch hier kann man tunen um ein flüssiges Arbeiten zu ermöglichen. Ausgangspunkt ist hier das famose MultiClutch. Das ermöglicht es, für jedes Programm unabhängig die neuen Touchpad-Gesten umzubiegen. Hier meine Einstellungen für Safari 4:

Das bringt zwei sehr schöne Erweiterungen: das aus Firefox 3.1 bekannte "springe nach ganz unten" und "springe nach ganz oben" über drei Finger nach oben/unten. Noch cooler die Dreh-Geste: zwei Finger nach rechts gedreht öffnet einen neuen Tab und fokussiert die URL-Leiste (siehe: 2). Genauso zwingend: zwei Finger nach links gedreht schließt den aktiven Tab. Im täglichen Einsatz beides Gold wert.

Fazit: wenn man diese Punkte oben abarbeitet und etwas damit praktiziert hat man mit der Safari 4 den derzeit schnellsten, coolsten und dann auch praktischsten Browser derzeit.
Was will man mehr.

Mittwoch, 25. Februar 2009

Neulich, in einem befreundeten Blog...

Stolperte ich über diesen Kommentar:
und und und und wäre es praktischer wenn ich rb2 kaufen würde und die rb1 songs imporieren würde und aber die instrumente sind kacke aber was wenn ACH VERGISS ES!!!
die rb1 instrumente
das rb1 spiel
und
eventuell ghwt spiel
so mach ich das
Und welche teile hast du eig?????
Und da regen sich die Leute über "Baby an Bord" Aufkleber auf...

Montag, 16. Februar 2009

Guitar Hero World Tour zu RockBand 2 Drumkit Mod

Man möchte ja nun sein hübsches, verbessertes Drumkit auch mit RockBand 2 nutzen können. Das geht prinzipiell mit der XBOX360 Fassung ganz problemlos, nur: das orangefarbene Becken hat keine Funktion, da es in RockBand eben nur die vier "normalen" Pads gibt.

Dieser Blogeintrag hier hat mich auf die Idee gebracht das zu ändern.
Das Prinzip: man doppelt ein normales Pad mit dem Beckenpad. Es ist dann egal welches von beiden man anschlägt - es wird immer registriert. Genauso funktionieren die Erweiterungs-Pads des original RB2 Drumkits. Damit es mit Guitar Hero World Tour nicht zu Problemen kommt braucht man eine Weiche um das schnell umstellen zu können in den Urzustand.

Die bestehende Anleitung schien mir aber in zweierlei Hinsicht wenig optimal: zum einen sollte man nicht das grüne sondern das blaue Pad dublizieren. Hintergrund: bei RB2 sind die Ride-Becken Passagen auf das blaue Pad gemappt, und das wird sehr viel häufiger gebraucht als das grüne Crash-Becken. Zum anderen war mir nicht wohl dabei Kabel umzulöten und Schalter in die Gehäuseoberfläche zu montieren.

Mein Ansatz ist nun minimal-immersiv: ohne viel Bastelerfahrung und vor allem ohne Beschädigungen erzielt man denselben Effekt.

1) Abmontieren der Rückabdeckung
Das Gehäuse wird von 18 Siemens-Schrauben gehalten, man braucht also einen entsprechenden Schraubenzieher:

2) Der Gedanke meiner Lösung ist, ein zweites Mini-Klinke Kabel neben das bestehende für das orangefarbene Pad zu legen.

Die Verlegung durch das Gehäuse ist trivial, da man einfach dem Orangenen folgt. Zu lösen ist die Frage der Halterung auf der Platine.

3) mein Ansatz ist reichlich primitiv: einfach zu dem blauen Kabel dazustecken

4) damit das Ganze hält, einfach Heißkleber als Versieglung drüber. Den kann man bei Bedarf wieder ablösen. Diese Konstruktion hält, besser wäre natürlich Löten - aber dazu hatte ich auf der kleinen Platine keine Lust.

5) alles wieder zu, und schon hat man den "Umschalter" über zwei Mini-Klinken Anschlüsse: den einen nimmt man wenn man GHWT spielen will, den anderen für RB2. Easy as Pie.

Was man leider sagen muss: Rock Band 2 lohnt einen den Einsatz kaum. Im Drum-Trainingsbereich ist alles super: hier kann man mit der neuen Lösung schön entspannt auch lange Ride-Passagen federnd spielen. Aber: im echten Spiel geht es dann drunter und drüber: bei jedem Lied wird zwischen den beiden Belegungen des blauen Pads gewechselt (mal Ride-Becken, mal kleine Tom-Drum), und das teilweise auch innerhalb eines Liedes - man weiss also nie vorher ob man besser das Pad oder das Becken nimmt. Nicht schön, da geht eine Menge Spaß flöten - GHWT ist da wesentlich konsistenter und spaßbringender.

Braucht Göttingen IKEA?

An anderer Stelle wurde von Wortkomplex die These aufgestellt: "Göttingen braucht kein IKEA, die fahren doch alle nach Kassel".

Hmm.

Also abgesehen davon das ICH sicher IKEA brauche, und zwar zum Frühstücken vor der Haustür, erscheint mir diese These sehr gewagt. Daher mal - streng wissenschaftlich betrachtet - hier eine Grafik die das potentielle Einzugsgebiet zeigt: ein Radius von bis zu 70km Umkreis, insbesondere nach Osten ins Eichsfeld. Die orangenen Flächen zeigen die Einflussgebiete der bereits bestehenden IKEA Filialen in unserer Umgebung.

Im neuen Einzugsgebiet lägen:
Göttingen, Northeim, Einbeck, Holzminden, Osterode, Clausthal-Zellerfeld, Duderstadt, Worbis, Leinefelde, Heiligenstadt.

Sehen Sie selbst (Klicken zum Vergrößern):

Freitag, 6. Februar 2009

Guitar Hero World Tour: drum modding - free the cymbals m2.0

Ich wollte immer schon mal lernen Schlagzeug zu spielen. Ein Echtes kommt dabei jedoch nicht recht in Frage, zu groß, man brauch einen Proberaum. Ein gutes elektronisches habe ich vor über 10 Jahren mal ausprobiert - absolut super, aber unbezahlbar (>2000 €). Dank Guitar Hero World Tour kann ich diesen Plan jetzt doch noch in die Tat umsetzen.

Halt, wird man sagen: das sind doch nur alberne Spielzeug-Drums.
Nun, das hier (Rock Band) ist in der Tat ein „Malen nach Zahlen“ Spielzeug.

Das hier (Guitar Hero World Tour original) ist etwas besser und macht schon spaß, ist aber immer noch weit davon entfernt als Schlagzeug zu funktionieren.

Aber das hier (Guitar Hero World Tour - free the cymbals M2.0 edition) ist ein Instrument auf dem man wirklich spielen kann.

Silencer hat in seinen Beiträgen eine Menge interessanter und praktischer Einschätzungen und Modding-Tipps zum Schlagzeug von RockBand geliefert - wobei ich vor allem zweierlei gelernt habe: 1) lasse den Produzenten keinen Schmuh durchgehen und 2) hilf Dir selbst dann hilft Dir Gott. Als ich den Aufbau der Becken/Cymbals des Guitar Hero World Tour Drumkits gesehen habe wusste ich daher, was zu tun war.

Um vernünftige Drumpatterns spielen zu können ist vor allem das Zusammenspiel von Snaredrum, Hi-hat, Bass Drum und Ride-Becken entscheidend. 95% aller „Noten“ laufen über diese vier Komponenten. Besonders wichtig ist dabei das Zusammenspiel zwischen Snare und Hi-hat, im Normalfall wird hier „gekreuzt“ gespielt: die rechte Hand bearbeitet das Hi-Hat und wechselt bei Bedarf auf die Toms und das Ride-Becken, die linke Hand verbleibt (ausser bei aufwändigen Fill-Ins) auf der Snare.

Mit dem Rockband Drumkit kann man unmöglich so spielen, und auch die Anordnung des Guitar Hero Kits ist alles andere als optimal hierfür. Dieses Video hier zeigt hingegen den richtigen Aufbau: man setzt sich breitbeinig auf den Stuhl und stellt die Snare direkt mittig zwischen die Beine vor sich. die Bass Drum kommt direkt unter den rechten Fuss, das Hi-Hat an die Verlängerung des linken. Nach rechts wird mit Toms und dem Ride/Crash Becken aufgefüllt. Von oben sieht das dann so aus:
RockBand versagt hier auf ganzer Linie:
Alles falsch positioniert und viel zu eng.
Erschwerend kommt hinzu das in der Standardausführung auch noch die Bass-Drum viel zu nahe am Körper arretiert ist. Das GH-Kit macht zweierlei besser: die Bass Drum ist frei positionierbar, und die Becken sind zumindest schon mal überhaupt existent und sogar angehoben:
Aber auch da läuft einiges falsch: das Ride/Crash hängt zu niedrig und etwas dicht, das Hi-hat viel zu mittig und mit einer sinnfreien Neigung: das Hi-Hat ist im Original immer waagerecht montiert:
Glücklicherweise kann man all das bei GH mit minimalem Aufwand korrigieren: die Becken lassen sich ganz einfach abmontieren und auf separate Ständer packen. Für das Kabel verwendet man jeweils eine simple Miniklinken-Verlängerung (6€). Ich habe zweierlei Ständer aus dem Musikzubehörversand verwendet: ein einfaches höhenverstellbares Bodenstativ für das Hi-Hat
und einen günstigen Gesangsständer mit Galgen für das Ride/Crash Becken. Bei den Gewindemaßen man acht geben: standardmäßig sind die Gewinde der Stative etwas enger als die der Becken, daher habe ich eine simple Verlängerung gebaut. Ein Gewindeadapter wäre auch möglich, aber dann läge das Hi-Hat schon ziemlich hoch.
Hier eine Ansicht der Komponenten, die man für den Umbau des gelben Beckens (HiHat) benötigt:
Das wären:

- zwei Muttern (3/8")
- eine lange 3/8" Schraube, 5cm Länge
- vier Zwischenscheiben (sollten genau auf die Schraube passen)
- ein Stahlblech mit zwei Bohrungen durch das die Schraube passt, Abstand der Bohrungen 5 bis 7 cm
- ein Miniklinke-Verlängerungskabel Stereo, etwa 1 Meter

Die Art der Montage (ca. 2 Minuten) ist auf den Bildern oben in der Großansicht gut zu sehen (auf die Bilder Klicken)

Diese Komponenten (Stative, Schrauben) kosten zusammen etwa 25 € - und was bekommt man dafür an Spielgefühl! Hier die neue Lösung in der Oberansicht:
Wie wir sehen sind alle Desiderata behoben, vom Aufbau her haben wir jetzt eine recht gute Umsetzung des Originals - für den Hobbydrummer schon mehr als ordentlich. Wer sich die Tragweite dieser Modifikation nicht recht vorstellen kann: der Unterschied ist so groß wie wenn ich anstatt des Fusschalters die Bass-Drum auch auf einem Pad oben spielen müsste.

Lohn der wenigen Mühe ist ein komplett neues Spielgefühl: hier kommt die extrem brauchbare Hardware der Drums ins Spiel. Hat man die Becken erst einmal höher und weniger stark gekippt montiert merkt man, wie schon die Kanten federn: mit lockerer Hand hat man hier ein wunderbar luftiges Spielgefühl. Dazu dann die wirklich liebevoll umgesetzte Anschlagdynamik: obwohl es im eigentlichen Spiel kaum Verwendung findet hat man im Studio-Freispielmodus von World Tour wunderbar anschlagdynamische Sounds hinterlegt, und die Becken besitzen sogar zwei verschiedene Trefferzonen (closed/open, ride/crash) - erstaunlicherweise ist das nirgendwo dokumentiert.
Kurze Rede langer Sinn: man geht nun munter auf http://www.freedrumlessons.com/ und fängt an dort die Übungslektionen zu spielen. Und, Erstaunen: ES FUNKTIONIERT. man bekommt wirklich überzeugende Sequenzen zustande, da man jetzt eine wirklich „organische“ Drumtechnik einsetzen kann. Als Nebeneffekt sorgt es dafür, das ich nach wenigen Stunden Übung die Songs in Word Tour nur noch auf „schwer“ oder gar „experte“ spiele - vorher undenkbar.


Ich empfehle noch zwei weitere Tuning-Maßnahmen: zum einen sollte man die Empfindlichkeit der Pads seinen Vorlieben anpassen. Hierzu braucht man nur ein MIDI->USB Kabel und dieses Programm. Ich spiele mit einer sehr empfindlichen Einstellung, was ein sehr "luftiges" leichtes Spiel ermöglicht:
Und zu guter Letzt war mir der Winkel der drei großen Pads zu steil. Abhilfe helfen hier zwei ummantelte Hanteln - funktioniert super, vielleicht baue ich mir da aber noch mal was Schöneres :-)
In Kürze folgt ein detaillierter Vergleich von RockBand zu Guitar Hero World Tour in sachen Gameplay und Spaßfaktor.

Der Lohn von 10 Jahren Arbeit

Dienstag, 3. Februar 2009

Mail von Roswita

Jemand sollte Roswita sagen das dieses Bild für eine seriöse Firma im Bereich Bibliotheken nicht wirklich zielführend ist...

Sonntag, 25. Januar 2009

Widget der Woche: TinyUrl

Tinyurl ist ja nun wahrlich nicht neu, dennoch immer noch ungemein praktisch um lange, kryptische ULRs ind kurze hübsche zu verwandeln die auch von jedem Mail-Client verstanden werden. Nebenbei ist es vermutlich die Seite mit der höchsten Design/Besucher-Schere.

In den Zeiten des Micro-Bloggings, sprich Twitter, zählt um so mehr jeder einzelne Buchstabe. Nun vewandelt Twitter selbstständig lange URLs in Tiny, was aber bei der Eingabe wenig bringt: die zur Verfügung stehenden 140 Zeichen sind dann schon weg.
Die Lösung ist natürlich gleich eine TinyURL in Twitter einzugeben, aber dafür immer erst die Webseite ansteuern? Hier schafft das OSX TinyMe Widget Abhilfe: so reduziert wie möglich liegt es immer griffbereit auf dem Dashboard, kein Firlefanz sondern hübsch funktional.
Daumen hoch!