Sonntag, 10. Mai 2009

Escape to the 20th century - eine Woche leben wie unsere Eltern





Die Einschläge werden dichter: Killerspiele, Zensursula, Paintball-Verbot - die Generation 45+ macht ernst. Es soll all den maroden Entartungen der heutigen Jugend an den Kragen gehen, und dank fester Verankerung in Legis- Juri- und Exekutive wird dies auch schnell in Form gegossen, zumal im Wahljahr 2009.


Es gehört nicht viel dazu, hierin nicht nur einen Konflikt auf der Inhaltsebene, sondern auch auf der Beziehungsebene zu verorten: mindestens zwei Generationen haben sich entkoppelt, leben in unterschiedlichen Welten.

"Meine" iPhone/Twitter/Counterstrike Generation fühlt eine gewisse Machtlosigkeit: selbst wenn man mit "den anderen" diskutiert, hat man den Eindruck es bringt ja eh nichts, da sie einfach die neuen Medien- und Kommunikationsformen nicht einmal ausprobieren wollen.


Andererseits: auch in meinem Freundeskreis gibt es Leute die mir beim abendlichen Treffen als erstes das iPhone wegnehmen wollen. Und: sind 65.000 politisch aktivierbare Twitter-Nutzer in Deutschland überhaupt eine relevante Größe? Bewegt man sich nicht eigentlich in einer völlig artifiziellen Web 2.0 Blase, die mit den "normalen Menschen" da draussen überhaupt nichts mehr zu tun hat? Was, wenn wir nicht die Speerspitz der Avantgarde sind, nicht Early Adopters, sondern einfach nur ein kruder, bald aussterbender Nebenzweig der Kommunikations-Evolution?


Und, eines muss ich zumindest für mich klar sagen: so wie ich anderen vorwerfe das sie "das Neue" nicht ausprobieren, so wenig habe ich noch eine klare Vorstellung davon wie sich 2009 das "analoge Leben" eigentlich anfühlt.


Daher unternehmen wortkomplex und ich ein Experiment: wir kehren zurück ins letzte Jahrtausend. Wir leben so wie unsere Eltern, fast alle Kanäle unserer jetzigen Lebens sind für eine Woche verboten:


- kein Twitter

- kein TwitterTV

- kein tumblr

- kein Flickr

- keine Blogs

- generell keine social media/network Seiten

- kein del.icio.us

- kein SKYPE

- kein YouTube

- kein last.fm

- kein SPON

- generell keine Internet-Medienportale

- keine RSS-Feeds

- eigentlich ist überhaupt keine private Internet-Nutzung erwünscht (beruflich lässt es sich nicht vermeiden)

- eMails nur zu beruflichen Zwecken

- keine Handy-Photos

- an iPhone-Apps sind nur erlaubt: Mail, Kalender, iPod, SMS, Uhr


Wir sind dann mal weg...


Kommentare:

  1. Vorhaben: toll!
    Überschrift: Weltfremd…

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  2. ok, und in wie vielen der obigen Dienste haben Deine progressiven Eltern wirklich eigene Accounts? Einer, zwei -oder gar drei?

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  3. Nettes Experiment. Viel Spaß mit Zeitung und Fernseher. Wie schwer fällt wohl der Entzug und wie gravierend sind die Auswirkungen auf Körper und Seele? Ich freue mich auf eure Berichte.

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  4. So Schatzilein... dann mal Computer aus und so. Das offline Leben wartet. Und vor allem das Eis :-)

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