Freitag, 30. Oktober 2009

Die Apple Magic Mouse - Anspruch und Wirklichkeit



Oder: warum Apple immer auf halber Strecke stehenbleibt


Steve Jobs wird nachgesagt, seine Mitarbeiter mit seinem Perfektionismus an den Rand der Verzweiflung zu treiben - und darüber hinaus. Er sei der „ultimative Nutzer“, der alles nur aus seiner Sicht definiert.

Diesen Perfektinismus finde ich immer seltener bei Apple Produkten. Vielmehr entstehen halbgare Hard- und Software am Fließband. Die neue Magic Mouse ist hier ein einschlägiges Beispiel.



Auf die Mausfunktionen im engeren Sinne will ich weniger eingehen: die Laserabtastung erscheint solide wenn auch nicht überragend, kleine Ruckler in der horizontalen Bewegung sind auf gleichmäßigem Untergrund durchaus festzustellen, stören aber nicht im täglichen Einsatz. Genauso gut oder schlecht wie der Vorgänger, die Mighty/Apple Mouse, würde ich sagen.

Die Form ist extrem Flach. Das ist zuallererst mal eine Gewöhnungsfrage: die flachen Tastaturen riefen bei mir zunächst auch Skepsis hervor, mittlerweile verehre ich sie. Die Tastatur meines MacBook Pro Unibody würde ich sogar als kompromisslos gut bezeichnen - ebenso wie das dazugehörige Glas-Touchpad vielleicht das überzeugendste Stück Hardware ist, das Apple im letzten Jahr veröffentlicht hat.

Ob die flache Form nun also auch bei der Maus funktioniert, wird sich im längeren Test erweisen müssen, auf jeden Fall muss man seine Handhaltung umstellen.


Worauf ich aber detailliert eingehen möchte, ist die mit einigem Tamtam vorgestellte Touch-Oberfläche. Die funktioniert auf rein technischer Ebene perfekt: jede Bewegung zum Scrollen oder Wischen wird exakt umgesetzt, der Eindruck hier wirklich ein „draufmontiertes Touchpad“ zu haben entsteht ganz unmittelbar.


Die Frage ist nur: warum nutzt Apple es nicht. Die bisher unterstützen Funktionen sind:

  1. Scrollen (vertikal/horizontal, also das was man bisher mit der Mauskugel der Mighty mouse auch schon konnte)
  2. Zwei-Finger wischen nach links und rechts.
  3. Links und Rechtsklick durch mechanisches runterdrücken der kompletten Maus (exakt wie bei der Mighty Mouse)

Das war es.

Ehrlich.


Wir sind also auf dem Stand angelangt, den die Apple Touchpads vor drei Jahren hatten. Hier also eine Liste der Funktionen, die offensichtich auf der Ebene der Treiber fehlen:

  1. Zoomen (mit zwei Fingern auseinander/zusammen) - die angebotene „drücken sie doch gleichzeitig die ctrl-Taste“-Alternative ist Unfug;
  2. zwei Finger scrollen nach oben/unten (womit auch immer man das belegen könnte, etwa „Spring zu Anfang oder Ende“ oder „Starte Expose und Spaces“);
  3. drei Finger Gesten (wären problemlos auf der breiten Fläche abbildbar, auch mit meinen dicken Fingern);
  4. Klicken durch reines Berühren der Oberfläche, nicht das archaische Niederdrücken der Maus;
  5. Rotationsgesten links/rechts.
  6. Alternative Bediehnung: warum nicht die ganze Oberfläche wirklich als Trackpad nutzbar machen, also die Fingerposition verändert auch die Mauszeigerposition.

Wir haben also keinerlei Fortschritt in der Funktionsvielfalt gegenüber der Mighty Mouse: es fehlt sogar die dritte Maustaste (Niederdrücken der Kugel) und belegbare Seitentasten.

Jetzt stellt sich mir ganz konkret die Frage: Warum tut Apple das. Oder konkreter: warum tun sie so vieles nicht, warum verweigern sie sich „to walk the extra mile“.


Es ist umso unverständlicher wenn man sich anschaut, dass mit MultiClutch seit Jahren (!) ein einfach zu nutzendes Tool für OSX existiert, mit dem man seinem (Multi-)Touchpad praktische Tipps beibringen kann.


Warum wird dieser Ansatz nicht von Apple übernommen, oder am besten gleich der Hobby-Entwickler eingekauft, wie man es bei CoverFlow gemacht hat? Das nächste Beispiel: Momentum Scroll.


OSX hinkt hinter dem iPhone hinterher - seit Jahren


Momentum Scroll ist, kurz gesagt, alles was die iPhone Bediehnung so hübsch macht: ein sanftes „Ausrollen“ nachdem man gescrollt hat, was auf dem iPhone bekanntlich eher zu einem „Schubsen“ als zu einem Scrollen führt. Jeder liebt es. Warum wurde das nicht für OSX adaptiert? Das dies relativ problemlos möglich ist, beweist mit SmartScroll wiederum ein anderer Hobby-Entwickler.

Seine Implementierung ist so perfekt und „sleak“, dass mir jeder OSX Rechner ohne SmartScroll wie ein Relikt aus der Steinzeit anmutet. Sprich: wie ein olles Nokia Handy im Vergleich zu einem iPhone. Nun hat Apple nach Jahren ein Einsehen und implementiert dieses „momentum scroll“ genannte Spektakel in die Magic Maus Treiber - an und abschaltbar.


Nur:

  1. Das Scrollen ruckelt. Es ist hässlich. Man will es sofort abschalten. Im A/B Vergleich ist die butterweiche SmartScroll-Implementierung um zwei Generationen überlegen.
  2. Warum nur für die Magic Mouse und nicht auch für alle Rad-Mäuse und Touchpads? SmartScroll beweist kompromisslos, dass es gerade für Touchpads extrem nützlich ist.

Es will mir nicht in den Kopf, dass Apple sich TRAUT das Feature auf diese Art zu implementieren wenn ein (von mir sehr geschätzter) Hobby-Entwickler dasselbe in besser seit Jahren zum Download anbietet.


Nun mag man einwenden: nur Gemach, das wird Apple alles nachreichen.

Vermutlich werden sie das tun, irgendwann. Und hier beginnt der zweite Teil meiner Philippika: warum wendet Apple seit Jahren diese enervierende Salamitaktik an, was nützliche Features angeht? Hier mal einige Paradebeispiele:

  • das iPhone ist nicht nur eine „Ikone der user experience“ wie es so schön heißt, sondern auch eine einzige große Riesensalami, um im Bild zu bleiben. Und ich meine jetzt nicht so lächerlich zu vernachlässigende Features wie cut&paste. Die Älteren unter uns werden sich erinnern: es gab eine Zeit, da gab es keinen App-Store. Da wusste niemand, dass es einmal so etwas wie Apps geben könnte. Auch wusste niemand, was für ein 3D Chip eigentlich im iPhone verbaut wurde und was man alles aus den Lagesensoren heraushohlen konnte. Und wir erinnern uns weiter: dieser Zustand dauerte EIN JAHR an. Dann plötzlich ging auf der Keynote die Bombe hoch und man dachte: OMFG - was habe ich da ein Jahr lang bloß unwissend in der Hand gehalten? Nun spricht es natürlich für eine kaum zu unterschätzende Überlegenheit von Apple, dass man sich diesen Ein-Jahres-Featurefreeze leisten kann - aber war das nötig?
  • Snow Leopard und das 64 Bit Drama: dass sich SL nicht voreingestellt mit 64 Bit sondern 32 Bit bootet - geschenkt. Aber warum gelingt es nicht, zumindest die Flagschiff-Applikationen von OSX, iTunes und iPhoto etwa, in 64 Bit herauszubringen? Was haben die Entwickler eigentlich ein langes Jahr lang gemacht, seitdem SL angekündigt wurde?
  • Wo wir bei iTunes sind: das ist eine Ikone der Mittelmäßigkeit. Die grundlegenden Verwaltungsfeatures sind super, hier erfüllt es 90% meiner Use-Cases. Mehr will ich gar nicht verlangen. Aber: warum bitte ist das Scolling so ruckelig? Im Vergleich zu iPhoto oder Apple Mail fühlt sich die ganze Oberfläche behäbig, ruckelig, unfertig an. Und dieser Zustand besteht seit Jahren. In iPhoto werden wesentlich komplexere Daten in gleicher Anzahl verwaltet und trotzdem ist alles hübsch und flüssig.
  • das iTunes LP-Format: wie lieblos geht es eigentlich noch? Warum müssen wir monatelang warten, bis es auf dem (ebenfalls eine Ikone der Mittelmäßigkeit) Apple TV läuft? Und warum werden die LP-Daten nicht auf dem iPhone und iPod Touch angezeigt, die doch dafür wie geschaffen sind? Es tröstet wenig zu hören: „das wird alles für das Tablet aufgespart“ - wir leben im Hier und Jetzt.

Es scheint mir im Ergebnis so zu sein, dass die erste Implementierung neuer Soft- und Hardware immer nur auf einen niedrigen Minimalkonsens hin optimiert ist. Für mich ist das eine Frage mangelnder Qualitätskontrolle. Ruckelnde Software wie iTunes oder Momentum Scroll sollte es 2009 nicht mehr geben.


Vielleicht ist Steve doch sehr krank.

Oder, wie ein Freund twitterte: „viel Maus, wenig Magic“.

Sonntag, 10. Mai 2009

Escape to the 20th century - eine Woche leben wie unsere Eltern





Die Einschläge werden dichter: Killerspiele, Zensursula, Paintball-Verbot - die Generation 45+ macht ernst. Es soll all den maroden Entartungen der heutigen Jugend an den Kragen gehen, und dank fester Verankerung in Legis- Juri- und Exekutive wird dies auch schnell in Form gegossen, zumal im Wahljahr 2009.


Es gehört nicht viel dazu, hierin nicht nur einen Konflikt auf der Inhaltsebene, sondern auch auf der Beziehungsebene zu verorten: mindestens zwei Generationen haben sich entkoppelt, leben in unterschiedlichen Welten.

"Meine" iPhone/Twitter/Counterstrike Generation fühlt eine gewisse Machtlosigkeit: selbst wenn man mit "den anderen" diskutiert, hat man den Eindruck es bringt ja eh nichts, da sie einfach die neuen Medien- und Kommunikationsformen nicht einmal ausprobieren wollen.


Andererseits: auch in meinem Freundeskreis gibt es Leute die mir beim abendlichen Treffen als erstes das iPhone wegnehmen wollen. Und: sind 65.000 politisch aktivierbare Twitter-Nutzer in Deutschland überhaupt eine relevante Größe? Bewegt man sich nicht eigentlich in einer völlig artifiziellen Web 2.0 Blase, die mit den "normalen Menschen" da draussen überhaupt nichts mehr zu tun hat? Was, wenn wir nicht die Speerspitz der Avantgarde sind, nicht Early Adopters, sondern einfach nur ein kruder, bald aussterbender Nebenzweig der Kommunikations-Evolution?


Und, eines muss ich zumindest für mich klar sagen: so wie ich anderen vorwerfe das sie "das Neue" nicht ausprobieren, so wenig habe ich noch eine klare Vorstellung davon wie sich 2009 das "analoge Leben" eigentlich anfühlt.


Daher unternehmen wortkomplex und ich ein Experiment: wir kehren zurück ins letzte Jahrtausend. Wir leben so wie unsere Eltern, fast alle Kanäle unserer jetzigen Lebens sind für eine Woche verboten:


- kein Twitter

- kein TwitterTV

- kein tumblr

- kein Flickr

- keine Blogs

- generell keine social media/network Seiten

- kein del.icio.us

- kein SKYPE

- kein YouTube

- kein last.fm

- kein SPON

- generell keine Internet-Medienportale

- keine RSS-Feeds

- eigentlich ist überhaupt keine private Internet-Nutzung erwünscht (beruflich lässt es sich nicht vermeiden)

- eMails nur zu beruflichen Zwecken

- keine Handy-Photos

- an iPhone-Apps sind nur erlaubt: Mail, Kalender, iPod, SMS, Uhr


Wir sind dann mal weg...


Montag, 4. Mai 2009

Online-Petition gegen Internetzensur

Liebe LeseInnen und Leser,

an dieser Stelle etwas ausgesprochen Ernstes: es geht um die Freiheit der Internet-Nutzung in diesem unseren Lande. Die ist durch die aktuellen Gesetzesinitiativen von Ursula von der Leyen aktiv gefährdet, und das in einem Umfang der so bisher nicht bekannt war in Deutschland. Ich will jetzt nicht den ganzen Diskurs aufrollen da dies in vielen anderen, politischeren Blogs schon erfolgt ist. Die vermutlich beste Übersicht über dieses Thema findet sich bei Heise, diesen Wissensstand sollte in der Tat jede(r) der im Internet unterwegs ist und dies auch in ein paar Jahren noch sein möchte kennen:


Man kann nicht zu China NEIN sagen und zu #zensursula SCHWEIGEN.





Bevor ich die Teilnahme an dieser Petition

https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=3860

dringend empfehle, noch einige persönlichen Ansichten zu dem Thema meinerseits:
  • Es geht m.E. nicht um Kinderpornographie. Das Gesetz wird nicht die Misshandlung auch nur eines Kindes verhindern.
  • Die Sperren sind nachweislich technisch völlig sinnlos und von Laien innerhalb von 30 Sekunden zu umgehen
  • Mein Hauptkritikpunkt ist in der Petition schön ausgeführt: es entsteht ein Kontrollsystem, das sich selbst jeglicher demokratischer Kontrolle entzieht. SO funktioniert die Gewaltenteilung in unserer Republik nicht, das MUSS man ablehnen egal welchem Zweck es dienen mag. Eine zumindest parlamentarische Kontrolle MUSS gewährleistet sein.
  • Diverse Interessengruppen etwa aus dem Urheberrechtsbereich wetzen schon die Messer um ihre Sperrvorschriften nachzureichen. Ist der öffentliche Widerstand gegen Zensur erst einmal gebrochen bei dem man "ja nicht dagegen sein kann", fallen die nächsten Schritte wesentlich einfacher (Stufentheorie).
  • Es zeigt sich nur allzu beschämend, das unsere politischen Repräsentanten und Abgeordneten von den Inhalten (Internet) um die es hier geht nicht den Hauch einer Ahnung haben. Die Bezeichnung "Internetausdrucker" ist hier sachlich korrekt gewählt. Das macht mir Angst: von DEM gesellschaftlichem Umwälzungsmechanismus unserer Generation haben unseren politischen Handlungsträger keinen blassen Schimmer.
  • Worauf ich allergisch reagiere ist politischer Eiertanz um klare Aussagen herum. Exemplarisch sei hier von der Leyen genannt die binnen 5 Minuten ausführt "Speicherung der Benutzerdaten findet nicht statt" und dann "wiederkehrende Besucher die es versuchen machen sich strafbar und werden verfolgt". Wie IN ALLER WELT will ich wiederkehrende Besucher identifizieren wenn ich die Besucherdaten nicht speichere? Hier soll vertuscht werden das eine Speicherung beim BKA sehr wohl stattfindet, und auf so ein durchsichtiges Manöver kann ich mit nichts anderem als einer Rücktrittsforderung reagieren.
Hier gibt es eine Sammlung von Beiträgen über Ursula von der Leyens Politikstil

Ich hoffe inständig, dass kundige Juristen diesem Spuk ein Ende bereiten oder sich doch alles als Paranoia herausstellt. Aber eines will ich mir nicht nachsagen lassen: dass meine Kinder mich nachher fragen "warum habt Ihr nichts getan". Die "Fakten" liegen auf dem Tisch, jetzt ist es für uns an der Zeit zu handeln.

Kann man mit Guitar Hero World Tour wirklich Schlagzeug spielen lernen?

Seit Monaten treibt mich, angeheizt durch die launige Debatte auf einem befreundeten Blog, die These um: "mit einem nur leicht modifiziertem Plastik-Drumkit von Guitar HEro World Tour kann man die Grundzüge des Schlagzeugspielens lernen".
Meine These: um Gegensatz zu den Plastikgitarren lernt man am Schlagzeug wirklich annähernd die "echten" Abläufe.
Dazu hat es nun ein Experiment gegeben. Hier jedoch zunächst das umgebaute Drumkit im Einsatz:


Bitte auf YouTube in HD ansehen, dann ist der Sound wesentlich besser!

Die Frage war ja aber nun: reichen diese dann doch sicht- und hörbaren Fähigkeiten, auch ein echtes Schlagzeug spielen zu können? Ein Bekannter besitzt nun zufälligerweise ein Tonstudio, mit einem ausgewachsenen Schlagzeug drin. Also: Beamer dort aufgebaut, und mit dem echten Schlagzeug zu den Noten gespielt - das Ganze aufgenommen und wiederum über die Spiel-Tonspur gelegt. Hier das Ergebnis, bitte unbedingt nur in YouTube in der HD Auflösung (Sound!) ansehen:




Da das Ganze nicht gerade selbsterklärend ist, hier ein F.A.Q. zu dieser Aktion:

F: Warum machst Du so was?
A: Weil es mir Spaß macht Dinge zu optimieren und Leute zum Lernen zu verführen. Hierbei: probiert Schlagzeugspielen! Es ist einfacher als Ihr denkt.

F: Was genau sehe ich in dem Video?
A: Dreierleih. Im großen Fenster läuft die Drumspur im Schwierigkeitsgrad "hard" von "Creep (Radiohead)" ab. Sie zeigt alle "Noten" die man im Spiel auf dem Drumkit treffen muss damit der Song ordentlich im Spiel gespielt wird. Ein musikalisches "Malen nach Zahlen" wenn man so will. Im Fenster rechts oben sieht man entsprechend, wie ich die bunten "Noten" auf dem gemoddeten GHWT Drumkit spiele. Der Durchgang ist nebenbei nicht perfekt, ich habe nicht geübt und mache einige Fehler, die Trefferquote lag bei 86% - ordentlich aber nicht berauschend. Im Fenster links sieht man nun, wie ich zu denselben Noten auf dem echten Schlagzeug spiele - man kann schön vergleichen das die Bewegungsabläufe identisch oder zumindest sehr ähnlich sind!

F: Was höre ich?
A: Man hört die Gesang-, Bass- und Gitarrenspur der Rock Band Version von "Creep" ohne die Schlagzeugspur. Dazu gemischt das im Studio abgenommene Schlagzeug das ich spiele.

F: Warum Rock Band? Sagst Du nicht immer das GHWT in der Schlagzeugumsetzung besser ist?
A: Auf jeden Fall, wesentlich besser sogar. Aber: Nur Rock Band hat einen "no fail" Modus der es ermöglicht, die Spur den ganzen Song lang durchlaufen zu lassen ohne auch nur eine Note zu treffen - das braucht eich aber für die Separierung der anderen Audiospuren (s.o.)

F: Warum buhen die Leute am Anfang so?
A: Eben weil keine Note getroffen wird: das echte Schlagzeug ist ja nicht an die Konsole angeschlossen. Dank des "no fail" Modus ist das aber egal.

F: Hast Du schon mal Schlagzeugunterricht genommen?"
A: Nein. Ich habe vor 12 Jahren mal zwei Stunden an einem gesessen, und eben einige Wochen jetzt an meinem Gemoddeten GHWT und Rock Band gespielt. Mehr nicht.

F: Was war anders am echten Schlagzeug?
A: Snare, Toms, HiHat, Ride-Cymbal und Bassdrum waren sehr ähnlich. Da das GHWT HiHat kein Fußbedal zum öffnen hat, fehlt einem hier aber die Übung: entsprechend spiele ich auf dem echten Schlagzeug nur mit geschlossenem HiHat. Ferner ist das Crash-Cymbal (auch "Abschlag-Becken" genannt) auf dem Echten vorne links positioniert - da musste man sich erst mal umgewöhnen. Aber im Großen und Ganzen fühlte man sich schnell zu Hause...

F: Was war das Schwierigste am Spielen? Einige Passagen hören sich ja nicht so doll an...
A: Zweierlei: erstens hat man anders als im Spiel keine quantisierten Sounds. Wenn man also etwas neben dem Takt spielt, korrigiert das niemand. An einigen Stellen kann man das gut hören, etwa am Anfang bis ich "reinkomme". Das könnte man lindern wenn man ein Metronom zur Hilfe nehmen würde, aber das war mir zu viel Aufwand. Zum anderen war es schwierig den Übergang zwischen den verschiedenen Drum-Patterns (Sequenzen) und Fill-Ins (Zwischenstücken) hinzubekommen - hier hört man recht deutlich das ich eben doch blutiger Anfänger bin. Mit etwas Übung ließe sich das aber denke ich in den Griff bekommen.

F: Hm ich mag mich täuschen: aber in Deinem ersten Film schaffst Du es an kener Stelle den Takt sauber für 30 Sekunden zu halten?
A: Das ist leider richtig. Liegt aber nicht na mir, sondern an GHWT: dort hat man im "Freispiel" Modus eine Latenz von ca. 20ms auf den Drums. Nicht viel, aber gerade genug um einen ständig rausfliegen zu lassen. Im eigentlichen Spiel tritt das nicht mehr auf. Ist im Internet bekannt, es gibt aber (derzeit) keine Abhilfe. Die Latenz ist in Rock Band ebenso da, hier kommt aber noch hinzu dass die Pads nicht anschlagdynamisch sind und das zweite Becken ganz fehlt.

F: Hast Du nur den einen Song aufgenommen?
A: Nein, insgesamt vier. Es ist aber recht aufwändig das so zusammen zu montieren, vielleicht veröffentliche ich aber noch mal meine Version von "Reptilia" :-)

F: Das Modding scheint mir recht aufwändig. Muss das wirklich sein?
A: Zumindest für das HiHat: ja, sonst kann man nicht "gekreuzt" spielen wie auf dem Video zu sehen. Das HiHat zu modden ist aber sehr simpel: einfach einen Ständer für 9€ nehmen und das Miniklinken-Kabel umleiten. Das Modding des Ride/Crash-Beckens ist eher überflüssig würde ich sagen.

F: glaubst Du wirklich jetzt Schlagzeug spielen zu können?
A: Jein. Ich denke für einfache Songs wird es mit ein wenig Übung reichen, zumindest wenn es nicht um perfekte Studioaufnahmen geht. Das wird niemand von sich behaupten können der in GHWT/RB die Gitarre spielt: da lernt man nicht ein echtes Instrument zu spielen. Es gibt aber in GHWT/RB auch sehr vertrackte Songs, bei denen bei mir sehr schnell Schicht im Schacht ist. Und da fehlt mir ehrlich gesagt auch die Motivation das stundenlang zu üben.
Derzeit.

Donnerstag, 23. April 2009

Machst Du schon den Ian-Knoten?

Ja, diese Story ist von SPON geklaut, aber so lebensnah, dass ich nicht umhinkomme es hier zu thematisieren. Schließlich erstreckt sich die Optimierung unseres Daseins nicht nur auf die letzten Fragen, sondern auch im Kleinen gibt es viel zu verbessern.
Nun also: Schnürsenkelknoten.
Informatiker machen die Welt schöner, in diesem Fall Ian Fieggen aus Australien. Er hat (angeblich) mathematisch berechnet, welcher Schleifenknoten der besthaltenste sein kann, und heraus kam: der "Ian-Knot". Der hat drei Vorteile:
  1. sehr symmetrisch
  2. extrem haltbar
  3. wahnsinnig schnell zu schnüren
Die Anleitung auf seiner Seite sieht kompliziert aus; und ganz einfach ist es zu Beginn wirklich nicht. Aber: das ist der "Standard-Schuhknoten" eigentlich auch nicht, nur dass man ihn seit Jahren täglich macht.

Ich, immer an Fortschritt interessiert, habe also auf den Ian-Knoten umgesattelt und muss sagen: es funktioniert. Es geht wirklich schnell und er ist mir auch erst zwei Mal aufgegangen.

Letztlich ist es vor allem das perfekte Smalltalk Thema auf Partys: "Hey, machst Du eigentlich schon den Ian-Knoten?" - denn ein Hingucker ist diese Schnürmethode allemal:


Donnerstag, 12. März 2009

Würden Sie von diesem Mann ein eBook kaufen?


Selten wurde eine an sich schöne, neue Technologie mit so warmen Worten den potentiellen Käufern angeboten:

"Wir werden in aller Schärfe gegen den illegalen Download, gegen den Diebstahl im Internet, vorgehen" und "die Gerichte mit Tausenden von Verfahren beschäftigen", sagte der Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Alexander Skipis, zur Eröffnung der Leipziger Buchmesse am Donnerstag.
Herzlichen Glückwunsch. Ich starte schon mal meinen Scanroboter und produziere mir die eBooks für meinen SONY Reader doch lieber selber. Ich schaue dann wieder vorbei sobald Apple eBooks in seinem Store hat...


Mittwoch, 11. März 2009

Star Trek Trailer


Seit vielen Jahren hat mich ein Trailer nicht mehr so begeistert. Ich glaube gestern im Kino hatte ich zum ersten Mal wieder Gänsehaut seit Darth Maul im EP1 Trailer sein Doppelklingen-Laserschwert gezündet hat...


Zachary Quinto, den "Sylar" aus Heroes als jungen Spock zu casten war schon mal der Geniestreich des Jahrhunderts. Aussehen, Timbre der Stimme, stoisch entrückter Habitus - da stimmt alles.
Möglich das der Film trotzdem Murks wird aber DANKE für diesen Trailer.