Samstag, 28. Februar 2009

Apple Safari 4 alltagstauglich erweitern

Ich nutze seit vielen Monaten die Nightly Builds des Firefox 3.1, habe aber langsam keine Lust mehr zu warten - und 5 Abstürze pro Tag sind auch nicht das Wahre. Konsequenterweise habe ich jetzt mal auf die Safari 4 Beta umgestellt, die in der Tat schön stabil und flott läuft.

Nur: "out of the box" fehlt dem Firefox verwöhnten Nutzer doch einiges an Funktionalität, die man aber - zumindest für die MAC-Version und nur um die geht es hier - völlig kostenfrei nachrüsten kann:
  1. AdBlock Plus Werbeblocker
  2. OpenSearch Suchfeld
  3. Konsequentes Tab-Handling
  4. Ladebalken
  5. Syncen von Bookmarks
  6. Touchpad-Gesten
Hier daher das 10-Minuten Paket um den Safari alltagstauglich umzubauen:

1) AdBlock Plus Werbeblocker
Ich habe noch nie auf ein Internet-Werbebanner geklickt und nehme mir daher die Freiheit diese auszublenden. Die Entscheidung ob man das will muss jeder für sich selbst entscheiden. Auf dem Firefox gibt es das konkurrenzlose AdBlock Plus um 90% aller Werbung auszublenden - und denselben Mechanismus kann man auch in Safari einbauen. Die Lösung heisst Safari AdBlock und nutzt die original AdBlock Plus Werbelisten. Ich baue manuell noch diese Adresse dazu:
http://maltekraus.de/Firefox/adblock_site-specific-elemhiding.txt
Damit kriegt man wirklich alles raus. Safari AdBlock läuft nicht ganz so komfortabel wie die Firefox Version, so kann man etwa nicht schnell und dauerhaft Seiten vom Filter herausnehmen. Egal, die Vorteile überwiegen hier die Nachteile.

2) OpenSearch Suchfeld
Die Integration von OpenSearch war für mich eines der Killer-Argumente bei Firefox zu bleiben - zu praktisch ist die schnelle Umschaltung der Suchbox für andere Quellen als Google: Amazon, Ebay, IMDB, LEO, Wikpedia - alle Suchfelder dieser Seiten und tausend anderer in einem Klick zu erreichen. Safari hatte das nicht, und einigermaßen erschüttert musste ich feststellen das es auch in der Safari 4 Beta nicht implementiert ist - obwohl selbst Microsoft den Standard in den Explorer eingebaut hat. Mein Statement hierzu im Heise Forum erhiehlt den Kommentar: "braucht eh keiner, ist zu kompliziert für Apple." Hm ja. Dasselbe hätte die Person vermutlich vor drei Jahren über Tabs gesagt. Tatsache ist, das die Funktion im Firefox von zu wenigen gefunden wird - aber wem immer ich sie zeige, der nutzt sie danach begeistert und regelmäßig.
Zum Glück gibt es für den Safari (auch 4) eine brauchbare Alternative: keywurl. Sonderbarer Name, steht für "Keyword-URL" und funktioniert so: man sich sich irgendwo im Internet ein Suchfeld, klickt die rechte Maustaste, sagt "Create Keyword Search", definiert ein Kürzel - etwa "w" für Wikipedia, fertig. wenn man jetzt in die ULR-Box "w Obama" eingibt, wird automatisch in der Wikipedia nach "Obama" gesucht. Einfach, praktisch, sogar noch schnell über cmd+t (neuer Tab, Focus auf URL-Box) zu steuern als die OpenSearch Variante. Funktioniert gut und retten den Alltag, was Apple nicht davon abhalten sollte endlich OpenSearch zu implementieren.

3) Konsequentes Tab-Handling
Wenn ich einen Browser habe der mit Tabs arbeitet will ich, das auch alles in Tabs geöffnet wird. ALLES. Es gibt schlicht keinen Grund irgendetwas als neues Browserfenster zu öffnen. Zum Glück kann man dieses konsequente Verhalten Safari beibringen: einfach im Terminal diesen Befehl absetzen:
defaults write com.apple.Safari TargetedClicksCreateTabs -bool YES
4) Ladebalken
Safari 4 scheint bei jedem Klick erst mal eine Steve Jobs Gedenksekunde einzulegen - es passiert nichts und dann schwupps baut sich sie Seite auf. Auch wenn Steve das sicher gut brauchen kann: es stört. Die Wirkung ist m.E. jedoch eine eher eine psychologische: man sieht halt nicht das sich irgendwo etwas tut. Das liegt vor allem daran, das der hübsche blaue Ladebalken aus unerfindlichen Gründen abgeschaltet wurde. Hiermit gibt es den wieder, über das Terminal abzusetzen:
defaults write com.apple.Safari DebugSafari4IncludeToolbarRedesign -bool NO

defaults write com.apple.Safari DebugSafari4LoadProgressStyle -bool NO
Und schon hat man - psychologisch - das Gefühl das Internet sei wieder doppelt so schnell.

5) Syncen von Bookmarks
Ich traue MobileMe nicht für 5 Minuten - das Syncen zwischen zwei MACs führte regelmäßig ins Chaos. Daher habe ich für das universelle Syncen von Bookmarks quer über alle Browser und Betriebssysteme diese Lösung gefunden: Foxmarks. Verdient - ähnlich wie Dropbox für Storage - ganz anders als MobileME das Prädikat: funktioniert diskret und perfekt.

6) Touchpad-Gesten
Safari 4 unterstützt die neuen Touchpads nur sehr stiefmütterlich. Aber auch hier kann man tunen um ein flüssiges Arbeiten zu ermöglichen. Ausgangspunkt ist hier das famose MultiClutch. Das ermöglicht es, für jedes Programm unabhängig die neuen Touchpad-Gesten umzubiegen. Hier meine Einstellungen für Safari 4:

Das bringt zwei sehr schöne Erweiterungen: das aus Firefox 3.1 bekannte "springe nach ganz unten" und "springe nach ganz oben" über drei Finger nach oben/unten. Noch cooler die Dreh-Geste: zwei Finger nach rechts gedreht öffnet einen neuen Tab und fokussiert die URL-Leiste (siehe: 2). Genauso zwingend: zwei Finger nach links gedreht schließt den aktiven Tab. Im täglichen Einsatz beides Gold wert.

Fazit: wenn man diese Punkte oben abarbeitet und etwas damit praktiziert hat man mit der Safari 4 den derzeit schnellsten, coolsten und dann auch praktischsten Browser derzeit.
Was will man mehr.

Mittwoch, 25. Februar 2009

Neulich, in einem befreundeten Blog...

Stolperte ich über diesen Kommentar:
und und und und wäre es praktischer wenn ich rb2 kaufen würde und die rb1 songs imporieren würde und aber die instrumente sind kacke aber was wenn ACH VERGISS ES!!!
die rb1 instrumente
das rb1 spiel
und
eventuell ghwt spiel
so mach ich das
Und welche teile hast du eig?????
Und da regen sich die Leute über "Baby an Bord" Aufkleber auf...

Montag, 16. Februar 2009

Guitar Hero World Tour zu RockBand 2 Drumkit Mod

Man möchte ja nun sein hübsches, verbessertes Drumkit auch mit RockBand 2 nutzen können. Das geht prinzipiell mit der XBOX360 Fassung ganz problemlos, nur: das orangefarbene Becken hat keine Funktion, da es in RockBand eben nur die vier "normalen" Pads gibt.

Dieser Blogeintrag hier hat mich auf die Idee gebracht das zu ändern.
Das Prinzip: man doppelt ein normales Pad mit dem Beckenpad. Es ist dann egal welches von beiden man anschlägt - es wird immer registriert. Genauso funktionieren die Erweiterungs-Pads des original RB2 Drumkits. Damit es mit Guitar Hero World Tour nicht zu Problemen kommt braucht man eine Weiche um das schnell umstellen zu können in den Urzustand.

Die bestehende Anleitung schien mir aber in zweierlei Hinsicht wenig optimal: zum einen sollte man nicht das grüne sondern das blaue Pad dublizieren. Hintergrund: bei RB2 sind die Ride-Becken Passagen auf das blaue Pad gemappt, und das wird sehr viel häufiger gebraucht als das grüne Crash-Becken. Zum anderen war mir nicht wohl dabei Kabel umzulöten und Schalter in die Gehäuseoberfläche zu montieren.

Mein Ansatz ist nun minimal-immersiv: ohne viel Bastelerfahrung und vor allem ohne Beschädigungen erzielt man denselben Effekt.

1) Abmontieren der Rückabdeckung
Das Gehäuse wird von 18 Siemens-Schrauben gehalten, man braucht also einen entsprechenden Schraubenzieher:

2) Der Gedanke meiner Lösung ist, ein zweites Mini-Klinke Kabel neben das bestehende für das orangefarbene Pad zu legen.

Die Verlegung durch das Gehäuse ist trivial, da man einfach dem Orangenen folgt. Zu lösen ist die Frage der Halterung auf der Platine.

3) mein Ansatz ist reichlich primitiv: einfach zu dem blauen Kabel dazustecken

4) damit das Ganze hält, einfach Heißkleber als Versieglung drüber. Den kann man bei Bedarf wieder ablösen. Diese Konstruktion hält, besser wäre natürlich Löten - aber dazu hatte ich auf der kleinen Platine keine Lust.

5) alles wieder zu, und schon hat man den "Umschalter" über zwei Mini-Klinken Anschlüsse: den einen nimmt man wenn man GHWT spielen will, den anderen für RB2. Easy as Pie.

Was man leider sagen muss: Rock Band 2 lohnt einen den Einsatz kaum. Im Drum-Trainingsbereich ist alles super: hier kann man mit der neuen Lösung schön entspannt auch lange Ride-Passagen federnd spielen. Aber: im echten Spiel geht es dann drunter und drüber: bei jedem Lied wird zwischen den beiden Belegungen des blauen Pads gewechselt (mal Ride-Becken, mal kleine Tom-Drum), und das teilweise auch innerhalb eines Liedes - man weiss also nie vorher ob man besser das Pad oder das Becken nimmt. Nicht schön, da geht eine Menge Spaß flöten - GHWT ist da wesentlich konsistenter und spaßbringender.

Braucht Göttingen IKEA?

An anderer Stelle wurde von Wortkomplex die These aufgestellt: "Göttingen braucht kein IKEA, die fahren doch alle nach Kassel".

Hmm.

Also abgesehen davon das ICH sicher IKEA brauche, und zwar zum Frühstücken vor der Haustür, erscheint mir diese These sehr gewagt. Daher mal - streng wissenschaftlich betrachtet - hier eine Grafik die das potentielle Einzugsgebiet zeigt: ein Radius von bis zu 70km Umkreis, insbesondere nach Osten ins Eichsfeld. Die orangenen Flächen zeigen die Einflussgebiete der bereits bestehenden IKEA Filialen in unserer Umgebung.

Im neuen Einzugsgebiet lägen:
Göttingen, Northeim, Einbeck, Holzminden, Osterode, Clausthal-Zellerfeld, Duderstadt, Worbis, Leinefelde, Heiligenstadt.

Sehen Sie selbst (Klicken zum Vergrößern):

Freitag, 6. Februar 2009

Guitar Hero World Tour: drum modding - free the cymbals m2.0

Ich wollte immer schon mal lernen Schlagzeug zu spielen. Ein Echtes kommt dabei jedoch nicht recht in Frage, zu groß, man brauch einen Proberaum. Ein gutes elektronisches habe ich vor über 10 Jahren mal ausprobiert - absolut super, aber unbezahlbar (>2000 €). Dank Guitar Hero World Tour kann ich diesen Plan jetzt doch noch in die Tat umsetzen.

Halt, wird man sagen: das sind doch nur alberne Spielzeug-Drums.
Nun, das hier (Rock Band) ist in der Tat ein „Malen nach Zahlen“ Spielzeug.

Das hier (Guitar Hero World Tour original) ist etwas besser und macht schon spaß, ist aber immer noch weit davon entfernt als Schlagzeug zu funktionieren.

Aber das hier (Guitar Hero World Tour - free the cymbals M2.0 edition) ist ein Instrument auf dem man wirklich spielen kann.

Silencer hat in seinen Beiträgen eine Menge interessanter und praktischer Einschätzungen und Modding-Tipps zum Schlagzeug von RockBand geliefert - wobei ich vor allem zweierlei gelernt habe: 1) lasse den Produzenten keinen Schmuh durchgehen und 2) hilf Dir selbst dann hilft Dir Gott. Als ich den Aufbau der Becken/Cymbals des Guitar Hero World Tour Drumkits gesehen habe wusste ich daher, was zu tun war.

Um vernünftige Drumpatterns spielen zu können ist vor allem das Zusammenspiel von Snaredrum, Hi-hat, Bass Drum und Ride-Becken entscheidend. 95% aller „Noten“ laufen über diese vier Komponenten. Besonders wichtig ist dabei das Zusammenspiel zwischen Snare und Hi-hat, im Normalfall wird hier „gekreuzt“ gespielt: die rechte Hand bearbeitet das Hi-Hat und wechselt bei Bedarf auf die Toms und das Ride-Becken, die linke Hand verbleibt (ausser bei aufwändigen Fill-Ins) auf der Snare.

Mit dem Rockband Drumkit kann man unmöglich so spielen, und auch die Anordnung des Guitar Hero Kits ist alles andere als optimal hierfür. Dieses Video hier zeigt hingegen den richtigen Aufbau: man setzt sich breitbeinig auf den Stuhl und stellt die Snare direkt mittig zwischen die Beine vor sich. die Bass Drum kommt direkt unter den rechten Fuss, das Hi-Hat an die Verlängerung des linken. Nach rechts wird mit Toms und dem Ride/Crash Becken aufgefüllt. Von oben sieht das dann so aus:
RockBand versagt hier auf ganzer Linie:
Alles falsch positioniert und viel zu eng.
Erschwerend kommt hinzu das in der Standardausführung auch noch die Bass-Drum viel zu nahe am Körper arretiert ist. Das GH-Kit macht zweierlei besser: die Bass Drum ist frei positionierbar, und die Becken sind zumindest schon mal überhaupt existent und sogar angehoben:
Aber auch da läuft einiges falsch: das Ride/Crash hängt zu niedrig und etwas dicht, das Hi-hat viel zu mittig und mit einer sinnfreien Neigung: das Hi-Hat ist im Original immer waagerecht montiert:
Glücklicherweise kann man all das bei GH mit minimalem Aufwand korrigieren: die Becken lassen sich ganz einfach abmontieren und auf separate Ständer packen. Für das Kabel verwendet man jeweils eine simple Miniklinken-Verlängerung (6€). Ich habe zweierlei Ständer aus dem Musikzubehörversand verwendet: ein einfaches höhenverstellbares Bodenstativ für das Hi-Hat
und einen günstigen Gesangsständer mit Galgen für das Ride/Crash Becken. Bei den Gewindemaßen man acht geben: standardmäßig sind die Gewinde der Stative etwas enger als die der Becken, daher habe ich eine simple Verlängerung gebaut. Ein Gewindeadapter wäre auch möglich, aber dann läge das Hi-Hat schon ziemlich hoch.
Hier eine Ansicht der Komponenten, die man für den Umbau des gelben Beckens (HiHat) benötigt:
Das wären:

- zwei Muttern (3/8")
- eine lange 3/8" Schraube, 5cm Länge
- vier Zwischenscheiben (sollten genau auf die Schraube passen)
- ein Stahlblech mit zwei Bohrungen durch das die Schraube passt, Abstand der Bohrungen 5 bis 7 cm
- ein Miniklinke-Verlängerungskabel Stereo, etwa 1 Meter

Die Art der Montage (ca. 2 Minuten) ist auf den Bildern oben in der Großansicht gut zu sehen (auf die Bilder Klicken)

Diese Komponenten (Stative, Schrauben) kosten zusammen etwa 25 € - und was bekommt man dafür an Spielgefühl! Hier die neue Lösung in der Oberansicht:
Wie wir sehen sind alle Desiderata behoben, vom Aufbau her haben wir jetzt eine recht gute Umsetzung des Originals - für den Hobbydrummer schon mehr als ordentlich. Wer sich die Tragweite dieser Modifikation nicht recht vorstellen kann: der Unterschied ist so groß wie wenn ich anstatt des Fusschalters die Bass-Drum auch auf einem Pad oben spielen müsste.

Lohn der wenigen Mühe ist ein komplett neues Spielgefühl: hier kommt die extrem brauchbare Hardware der Drums ins Spiel. Hat man die Becken erst einmal höher und weniger stark gekippt montiert merkt man, wie schon die Kanten federn: mit lockerer Hand hat man hier ein wunderbar luftiges Spielgefühl. Dazu dann die wirklich liebevoll umgesetzte Anschlagdynamik: obwohl es im eigentlichen Spiel kaum Verwendung findet hat man im Studio-Freispielmodus von World Tour wunderbar anschlagdynamische Sounds hinterlegt, und die Becken besitzen sogar zwei verschiedene Trefferzonen (closed/open, ride/crash) - erstaunlicherweise ist das nirgendwo dokumentiert.
Kurze Rede langer Sinn: man geht nun munter auf http://www.freedrumlessons.com/ und fängt an dort die Übungslektionen zu spielen. Und, Erstaunen: ES FUNKTIONIERT. man bekommt wirklich überzeugende Sequenzen zustande, da man jetzt eine wirklich „organische“ Drumtechnik einsetzen kann. Als Nebeneffekt sorgt es dafür, das ich nach wenigen Stunden Übung die Songs in Word Tour nur noch auf „schwer“ oder gar „experte“ spiele - vorher undenkbar.


Ich empfehle noch zwei weitere Tuning-Maßnahmen: zum einen sollte man die Empfindlichkeit der Pads seinen Vorlieben anpassen. Hierzu braucht man nur ein MIDI->USB Kabel und dieses Programm. Ich spiele mit einer sehr empfindlichen Einstellung, was ein sehr "luftiges" leichtes Spiel ermöglicht:
Und zu guter Letzt war mir der Winkel der drei großen Pads zu steil. Abhilfe helfen hier zwei ummantelte Hanteln - funktioniert super, vielleicht baue ich mir da aber noch mal was Schöneres :-)
In Kürze folgt ein detaillierter Vergleich von RockBand zu Guitar Hero World Tour in sachen Gameplay und Spaßfaktor.

Der Lohn von 10 Jahren Arbeit

Dienstag, 3. Februar 2009

Mail von Roswita

Jemand sollte Roswita sagen das dieses Bild für eine seriöse Firma im Bereich Bibliotheken nicht wirklich zielführend ist...