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Montag, 4. Mai 2009

Kann man mit Guitar Hero World Tour wirklich Schlagzeug spielen lernen?

Seit Monaten treibt mich, angeheizt durch die launige Debatte auf einem befreundeten Blog, die These um: "mit einem nur leicht modifiziertem Plastik-Drumkit von Guitar HEro World Tour kann man die Grundzüge des Schlagzeugspielens lernen".
Meine These: um Gegensatz zu den Plastikgitarren lernt man am Schlagzeug wirklich annähernd die "echten" Abläufe.
Dazu hat es nun ein Experiment gegeben. Hier jedoch zunächst das umgebaute Drumkit im Einsatz:


Bitte auf YouTube in HD ansehen, dann ist der Sound wesentlich besser!

Die Frage war ja aber nun: reichen diese dann doch sicht- und hörbaren Fähigkeiten, auch ein echtes Schlagzeug spielen zu können? Ein Bekannter besitzt nun zufälligerweise ein Tonstudio, mit einem ausgewachsenen Schlagzeug drin. Also: Beamer dort aufgebaut, und mit dem echten Schlagzeug zu den Noten gespielt - das Ganze aufgenommen und wiederum über die Spiel-Tonspur gelegt. Hier das Ergebnis, bitte unbedingt nur in YouTube in der HD Auflösung (Sound!) ansehen:




Da das Ganze nicht gerade selbsterklärend ist, hier ein F.A.Q. zu dieser Aktion:

F: Warum machst Du so was?
A: Weil es mir Spaß macht Dinge zu optimieren und Leute zum Lernen zu verführen. Hierbei: probiert Schlagzeugspielen! Es ist einfacher als Ihr denkt.

F: Was genau sehe ich in dem Video?
A: Dreierleih. Im großen Fenster läuft die Drumspur im Schwierigkeitsgrad "hard" von "Creep (Radiohead)" ab. Sie zeigt alle "Noten" die man im Spiel auf dem Drumkit treffen muss damit der Song ordentlich im Spiel gespielt wird. Ein musikalisches "Malen nach Zahlen" wenn man so will. Im Fenster rechts oben sieht man entsprechend, wie ich die bunten "Noten" auf dem gemoddeten GHWT Drumkit spiele. Der Durchgang ist nebenbei nicht perfekt, ich habe nicht geübt und mache einige Fehler, die Trefferquote lag bei 86% - ordentlich aber nicht berauschend. Im Fenster links sieht man nun, wie ich zu denselben Noten auf dem echten Schlagzeug spiele - man kann schön vergleichen das die Bewegungsabläufe identisch oder zumindest sehr ähnlich sind!

F: Was höre ich?
A: Man hört die Gesang-, Bass- und Gitarrenspur der Rock Band Version von "Creep" ohne die Schlagzeugspur. Dazu gemischt das im Studio abgenommene Schlagzeug das ich spiele.

F: Warum Rock Band? Sagst Du nicht immer das GHWT in der Schlagzeugumsetzung besser ist?
A: Auf jeden Fall, wesentlich besser sogar. Aber: Nur Rock Band hat einen "no fail" Modus der es ermöglicht, die Spur den ganzen Song lang durchlaufen zu lassen ohne auch nur eine Note zu treffen - das braucht eich aber für die Separierung der anderen Audiospuren (s.o.)

F: Warum buhen die Leute am Anfang so?
A: Eben weil keine Note getroffen wird: das echte Schlagzeug ist ja nicht an die Konsole angeschlossen. Dank des "no fail" Modus ist das aber egal.

F: Hast Du schon mal Schlagzeugunterricht genommen?"
A: Nein. Ich habe vor 12 Jahren mal zwei Stunden an einem gesessen, und eben einige Wochen jetzt an meinem Gemoddeten GHWT und Rock Band gespielt. Mehr nicht.

F: Was war anders am echten Schlagzeug?
A: Snare, Toms, HiHat, Ride-Cymbal und Bassdrum waren sehr ähnlich. Da das GHWT HiHat kein Fußbedal zum öffnen hat, fehlt einem hier aber die Übung: entsprechend spiele ich auf dem echten Schlagzeug nur mit geschlossenem HiHat. Ferner ist das Crash-Cymbal (auch "Abschlag-Becken" genannt) auf dem Echten vorne links positioniert - da musste man sich erst mal umgewöhnen. Aber im Großen und Ganzen fühlte man sich schnell zu Hause...

F: Was war das Schwierigste am Spielen? Einige Passagen hören sich ja nicht so doll an...
A: Zweierlei: erstens hat man anders als im Spiel keine quantisierten Sounds. Wenn man also etwas neben dem Takt spielt, korrigiert das niemand. An einigen Stellen kann man das gut hören, etwa am Anfang bis ich "reinkomme". Das könnte man lindern wenn man ein Metronom zur Hilfe nehmen würde, aber das war mir zu viel Aufwand. Zum anderen war es schwierig den Übergang zwischen den verschiedenen Drum-Patterns (Sequenzen) und Fill-Ins (Zwischenstücken) hinzubekommen - hier hört man recht deutlich das ich eben doch blutiger Anfänger bin. Mit etwas Übung ließe sich das aber denke ich in den Griff bekommen.

F: Hm ich mag mich täuschen: aber in Deinem ersten Film schaffst Du es an kener Stelle den Takt sauber für 30 Sekunden zu halten?
A: Das ist leider richtig. Liegt aber nicht na mir, sondern an GHWT: dort hat man im "Freispiel" Modus eine Latenz von ca. 20ms auf den Drums. Nicht viel, aber gerade genug um einen ständig rausfliegen zu lassen. Im eigentlichen Spiel tritt das nicht mehr auf. Ist im Internet bekannt, es gibt aber (derzeit) keine Abhilfe. Die Latenz ist in Rock Band ebenso da, hier kommt aber noch hinzu dass die Pads nicht anschlagdynamisch sind und das zweite Becken ganz fehlt.

F: Hast Du nur den einen Song aufgenommen?
A: Nein, insgesamt vier. Es ist aber recht aufwändig das so zusammen zu montieren, vielleicht veröffentliche ich aber noch mal meine Version von "Reptilia" :-)

F: Das Modding scheint mir recht aufwändig. Muss das wirklich sein?
A: Zumindest für das HiHat: ja, sonst kann man nicht "gekreuzt" spielen wie auf dem Video zu sehen. Das HiHat zu modden ist aber sehr simpel: einfach einen Ständer für 9€ nehmen und das Miniklinken-Kabel umleiten. Das Modding des Ride/Crash-Beckens ist eher überflüssig würde ich sagen.

F: glaubst Du wirklich jetzt Schlagzeug spielen zu können?
A: Jein. Ich denke für einfache Songs wird es mit ein wenig Übung reichen, zumindest wenn es nicht um perfekte Studioaufnahmen geht. Das wird niemand von sich behaupten können der in GHWT/RB die Gitarre spielt: da lernt man nicht ein echtes Instrument zu spielen. Es gibt aber in GHWT/RB auch sehr vertrackte Songs, bei denen bei mir sehr schnell Schicht im Schacht ist. Und da fehlt mir ehrlich gesagt auch die Motivation das stundenlang zu üben.
Derzeit.

Montag, 16. Februar 2009

Guitar Hero World Tour zu RockBand 2 Drumkit Mod

Man möchte ja nun sein hübsches, verbessertes Drumkit auch mit RockBand 2 nutzen können. Das geht prinzipiell mit der XBOX360 Fassung ganz problemlos, nur: das orangefarbene Becken hat keine Funktion, da es in RockBand eben nur die vier "normalen" Pads gibt.

Dieser Blogeintrag hier hat mich auf die Idee gebracht das zu ändern.
Das Prinzip: man doppelt ein normales Pad mit dem Beckenpad. Es ist dann egal welches von beiden man anschlägt - es wird immer registriert. Genauso funktionieren die Erweiterungs-Pads des original RB2 Drumkits. Damit es mit Guitar Hero World Tour nicht zu Problemen kommt braucht man eine Weiche um das schnell umstellen zu können in den Urzustand.

Die bestehende Anleitung schien mir aber in zweierlei Hinsicht wenig optimal: zum einen sollte man nicht das grüne sondern das blaue Pad dublizieren. Hintergrund: bei RB2 sind die Ride-Becken Passagen auf das blaue Pad gemappt, und das wird sehr viel häufiger gebraucht als das grüne Crash-Becken. Zum anderen war mir nicht wohl dabei Kabel umzulöten und Schalter in die Gehäuseoberfläche zu montieren.

Mein Ansatz ist nun minimal-immersiv: ohne viel Bastelerfahrung und vor allem ohne Beschädigungen erzielt man denselben Effekt.

1) Abmontieren der Rückabdeckung
Das Gehäuse wird von 18 Siemens-Schrauben gehalten, man braucht also einen entsprechenden Schraubenzieher:

2) Der Gedanke meiner Lösung ist, ein zweites Mini-Klinke Kabel neben das bestehende für das orangefarbene Pad zu legen.

Die Verlegung durch das Gehäuse ist trivial, da man einfach dem Orangenen folgt. Zu lösen ist die Frage der Halterung auf der Platine.

3) mein Ansatz ist reichlich primitiv: einfach zu dem blauen Kabel dazustecken

4) damit das Ganze hält, einfach Heißkleber als Versieglung drüber. Den kann man bei Bedarf wieder ablösen. Diese Konstruktion hält, besser wäre natürlich Löten - aber dazu hatte ich auf der kleinen Platine keine Lust.

5) alles wieder zu, und schon hat man den "Umschalter" über zwei Mini-Klinken Anschlüsse: den einen nimmt man wenn man GHWT spielen will, den anderen für RB2. Easy as Pie.

Was man leider sagen muss: Rock Band 2 lohnt einen den Einsatz kaum. Im Drum-Trainingsbereich ist alles super: hier kann man mit der neuen Lösung schön entspannt auch lange Ride-Passagen federnd spielen. Aber: im echten Spiel geht es dann drunter und drüber: bei jedem Lied wird zwischen den beiden Belegungen des blauen Pads gewechselt (mal Ride-Becken, mal kleine Tom-Drum), und das teilweise auch innerhalb eines Liedes - man weiss also nie vorher ob man besser das Pad oder das Becken nimmt. Nicht schön, da geht eine Menge Spaß flöten - GHWT ist da wesentlich konsistenter und spaßbringender.

Freitag, 6. Februar 2009

Guitar Hero World Tour: drum modding - free the cymbals m2.0

Ich wollte immer schon mal lernen Schlagzeug zu spielen. Ein Echtes kommt dabei jedoch nicht recht in Frage, zu groß, man brauch einen Proberaum. Ein gutes elektronisches habe ich vor über 10 Jahren mal ausprobiert - absolut super, aber unbezahlbar (>2000 €). Dank Guitar Hero World Tour kann ich diesen Plan jetzt doch noch in die Tat umsetzen.

Halt, wird man sagen: das sind doch nur alberne Spielzeug-Drums.
Nun, das hier (Rock Band) ist in der Tat ein „Malen nach Zahlen“ Spielzeug.

Das hier (Guitar Hero World Tour original) ist etwas besser und macht schon spaß, ist aber immer noch weit davon entfernt als Schlagzeug zu funktionieren.

Aber das hier (Guitar Hero World Tour - free the cymbals M2.0 edition) ist ein Instrument auf dem man wirklich spielen kann.

Silencer hat in seinen Beiträgen eine Menge interessanter und praktischer Einschätzungen und Modding-Tipps zum Schlagzeug von RockBand geliefert - wobei ich vor allem zweierlei gelernt habe: 1) lasse den Produzenten keinen Schmuh durchgehen und 2) hilf Dir selbst dann hilft Dir Gott. Als ich den Aufbau der Becken/Cymbals des Guitar Hero World Tour Drumkits gesehen habe wusste ich daher, was zu tun war.

Um vernünftige Drumpatterns spielen zu können ist vor allem das Zusammenspiel von Snaredrum, Hi-hat, Bass Drum und Ride-Becken entscheidend. 95% aller „Noten“ laufen über diese vier Komponenten. Besonders wichtig ist dabei das Zusammenspiel zwischen Snare und Hi-hat, im Normalfall wird hier „gekreuzt“ gespielt: die rechte Hand bearbeitet das Hi-Hat und wechselt bei Bedarf auf die Toms und das Ride-Becken, die linke Hand verbleibt (ausser bei aufwändigen Fill-Ins) auf der Snare.

Mit dem Rockband Drumkit kann man unmöglich so spielen, und auch die Anordnung des Guitar Hero Kits ist alles andere als optimal hierfür. Dieses Video hier zeigt hingegen den richtigen Aufbau: man setzt sich breitbeinig auf den Stuhl und stellt die Snare direkt mittig zwischen die Beine vor sich. die Bass Drum kommt direkt unter den rechten Fuss, das Hi-Hat an die Verlängerung des linken. Nach rechts wird mit Toms und dem Ride/Crash Becken aufgefüllt. Von oben sieht das dann so aus:
RockBand versagt hier auf ganzer Linie:
Alles falsch positioniert und viel zu eng.
Erschwerend kommt hinzu das in der Standardausführung auch noch die Bass-Drum viel zu nahe am Körper arretiert ist. Das GH-Kit macht zweierlei besser: die Bass Drum ist frei positionierbar, und die Becken sind zumindest schon mal überhaupt existent und sogar angehoben:
Aber auch da läuft einiges falsch: das Ride/Crash hängt zu niedrig und etwas dicht, das Hi-hat viel zu mittig und mit einer sinnfreien Neigung: das Hi-Hat ist im Original immer waagerecht montiert:
Glücklicherweise kann man all das bei GH mit minimalem Aufwand korrigieren: die Becken lassen sich ganz einfach abmontieren und auf separate Ständer packen. Für das Kabel verwendet man jeweils eine simple Miniklinken-Verlängerung (6€). Ich habe zweierlei Ständer aus dem Musikzubehörversand verwendet: ein einfaches höhenverstellbares Bodenstativ für das Hi-Hat
und einen günstigen Gesangsständer mit Galgen für das Ride/Crash Becken. Bei den Gewindemaßen man acht geben: standardmäßig sind die Gewinde der Stative etwas enger als die der Becken, daher habe ich eine simple Verlängerung gebaut. Ein Gewindeadapter wäre auch möglich, aber dann läge das Hi-Hat schon ziemlich hoch.
Hier eine Ansicht der Komponenten, die man für den Umbau des gelben Beckens (HiHat) benötigt:
Das wären:

- zwei Muttern (3/8")
- eine lange 3/8" Schraube, 5cm Länge
- vier Zwischenscheiben (sollten genau auf die Schraube passen)
- ein Stahlblech mit zwei Bohrungen durch das die Schraube passt, Abstand der Bohrungen 5 bis 7 cm
- ein Miniklinke-Verlängerungskabel Stereo, etwa 1 Meter

Die Art der Montage (ca. 2 Minuten) ist auf den Bildern oben in der Großansicht gut zu sehen (auf die Bilder Klicken)

Diese Komponenten (Stative, Schrauben) kosten zusammen etwa 25 € - und was bekommt man dafür an Spielgefühl! Hier die neue Lösung in der Oberansicht:
Wie wir sehen sind alle Desiderata behoben, vom Aufbau her haben wir jetzt eine recht gute Umsetzung des Originals - für den Hobbydrummer schon mehr als ordentlich. Wer sich die Tragweite dieser Modifikation nicht recht vorstellen kann: der Unterschied ist so groß wie wenn ich anstatt des Fusschalters die Bass-Drum auch auf einem Pad oben spielen müsste.

Lohn der wenigen Mühe ist ein komplett neues Spielgefühl: hier kommt die extrem brauchbare Hardware der Drums ins Spiel. Hat man die Becken erst einmal höher und weniger stark gekippt montiert merkt man, wie schon die Kanten federn: mit lockerer Hand hat man hier ein wunderbar luftiges Spielgefühl. Dazu dann die wirklich liebevoll umgesetzte Anschlagdynamik: obwohl es im eigentlichen Spiel kaum Verwendung findet hat man im Studio-Freispielmodus von World Tour wunderbar anschlagdynamische Sounds hinterlegt, und die Becken besitzen sogar zwei verschiedene Trefferzonen (closed/open, ride/crash) - erstaunlicherweise ist das nirgendwo dokumentiert.
Kurze Rede langer Sinn: man geht nun munter auf http://www.freedrumlessons.com/ und fängt an dort die Übungslektionen zu spielen. Und, Erstaunen: ES FUNKTIONIERT. man bekommt wirklich überzeugende Sequenzen zustande, da man jetzt eine wirklich „organische“ Drumtechnik einsetzen kann. Als Nebeneffekt sorgt es dafür, das ich nach wenigen Stunden Übung die Songs in Word Tour nur noch auf „schwer“ oder gar „experte“ spiele - vorher undenkbar.


Ich empfehle noch zwei weitere Tuning-Maßnahmen: zum einen sollte man die Empfindlichkeit der Pads seinen Vorlieben anpassen. Hierzu braucht man nur ein MIDI->USB Kabel und dieses Programm. Ich spiele mit einer sehr empfindlichen Einstellung, was ein sehr "luftiges" leichtes Spiel ermöglicht:
Und zu guter Letzt war mir der Winkel der drei großen Pads zu steil. Abhilfe helfen hier zwei ummantelte Hanteln - funktioniert super, vielleicht baue ich mir da aber noch mal was Schöneres :-)
In Kürze folgt ein detaillierter Vergleich von RockBand zu Guitar Hero World Tour in sachen Gameplay und Spaßfaktor.