Mittwoch, 17. September 2008

Menschzweinullmusik



Es dauert nicht mehr lang...

Kommentare:

  1. Darf ich dumm fragen, wer das ist? Schade, dass es hier immer den erlesen Zirkel der Eingeweihten gibt, für den nahezu wortlose Postings verfasst werden, die dann von den Eingeweihten schon irgendwie verstanden werden, während die Uncoolen, Uninformierten und Ignoranten weiterhin uncool, uninformiert und ignorant bleiben und dumm sterben müssen...
    Entschuldigen Sie das Bashing, ich mag nur das Lied und will es haben.

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  2. Anna Ternheim. Hat so schöne Alben gemacht wie Somebody Outside und Separation Road (btw.: jeweils in der "normalen" und in der Naked Version :-) )

    M2.0 und Uniwave sind sich wohl gerade uneins, wer die Dame "entdeckt" hat. Ich verweise auf ein altbekanntes Kulturforum an altbekannter Stelle, ein recht langes Posting und - für die völlig Eingeweihten - on top noch auf einen Hiwi namens Steffi.

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  3. Einen Disput kann ich hier nicht entdecken. Ich habe Anna umarmt, und sie mir ihre erste CD mit Kommentar signiert.
    Uniwave, ihr Auftritt.

    Wickedbitch: das Lied ist sehr durchschnittlich für Frau Ternheim.
    Das hier ist der Prüfstein für Musik überhaupt:

    http://de.youtube.com/watch?v=GAkwl1zvivg

    ganz ohne jeden Zweifel traurigste Lied ALLER Zeiten. Das gibts nur einmal, das kommt nie wieder.

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  4. Ich finde hier auch keinen Disput. Es ging mir nur um das neue Album, dessen - facebook sei Dank - Veröffentlichungsdatum mir schon etwas länger bekannt war. Deshalb auch mein Herbstmelodien-Posting.
    Und umarmt habe ich Frau Ternheim noch nicht.
    Nur geärgert habe ich mich, dass ich zum Berlin-Konzert noch in Finnland war...

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  5. Muss doch noch etwas zu dem "traurigsten Lied ALLER Zeiten" loslassen. Ohne Frage ist die gute Anna da ganz weit vorne. Allerdings nicht alleine. Da gibt es noch zahlreiche - ebenfalls meist von Piano unterlegte - Lieder, die mithalten können. Cash, Alexandra, Eels. Clapton, Pope, McLachlan und alle anderen großartigen sad-song-makers, die ich gerade vergessen habe...

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  6. Nun, das würde ich erst einmal als haltlose These bezeichnen, die sich wunderbar praktisch verifizieren lässt:

    1) keine vagen Namen posten sondern YouTube Links von EXAKT DEN Songs die es mit dem obigen aufnehmen sollen
    2) ich setze mich, wie immer melacholisch gestimmt, vor die Anlage und mache den "instant-cry" test. Wenn die Tränen rollen (wie bei Anna) werde ich mich ernsthafter mit dem jeweiligen Song auseinandersetzen und hier Rezensionen verfassen.
    3) wenn der Test fehl geht: q.e.d.

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  7. es muss natürlich heissen: falsifizieren. Ist alles so lange her.

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  8. :) fangen wir mal ganz einfach an:

    http://www.youtube.com/watch?v=BDkcJ-62uuY

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  9. Herr Uniwave, bitte nehmen Sie die Sache gebührend ernst.

    Völlig austauschbare Schmalz-Ballade amerikanischer Bauart, ich habe nach zwei Minuten begonnen durchzuscrollen da ja auch überhaupt keine Entwicklung mehr passiert.
    Die Kerzen reissen es dann auch nicht mehr raus.

    Radiomaterial.
    Kein, Lied, das ein Leben verändert.

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  10. Sehe ich genauso.
    Was bei mir immer funktioniert, sind diese drei:
    http://www.youtube.com/watch?v=D2Rgu8qXSzg
    (Raphaël: Caravane)
    http://www.youtube.com/watch?v=wRmqRS3I2-w
    (Tori Amos: Crucify)
    http://www.youtube.com/watch?v=aV-M2dkZwJM
    (Eva Cassidy: Songbird)
    Meinungen?

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  11. Machen wir uns doch mal nichts vor: Instant Cry-Tests funktionieren aufgrund des subjektiven Zugangs zu einem Lied. Und dessen, was man hinein projiziert. Bei mir geht das dann, wenn auch der Text noch so richtig schön reinhaut.

    Ich mag Ternheim sehr gerne und unterstütze die Aussage "Wir müssen uns Anna Ternheim als tieftraurugen Mensch vorstellen.
    Jeden Abend steht sie an der Schwedischen Küste und schaut mit versunkenem Blick auf das Meer hinaus - mit nichts als der dumpfen Sehnsucht ihr Dorf zu verlassen.
    Glücklicherweise schreibt sie dabei Lieder." [sic] Aber mir fehlen die eigenen tieftraurigen Verbindungen dazu, weswegen da keine Tränen kullern. Ebenso mag ich die von Ms. Wicked Bitch zur Diskussion gestellten Beispiele. Löst aber nichts aus hier. Ganz anders ist das z. B. bei "Crying in the Rain" von A-Ha und "Just to let you know" von den Cultured Pearls - böse Erinnerungen kommen da. Die Links will ich jetzt aber keinem antun, da die Lieder nun wirklich nicht überragend sind.

    Suchen wir aber alle gemeinsam universal-depressive Musik, Katharsis soll ja gelegentlich gut sein. Auf meiner Liste derzeit ziemlich weit oben stehen:

    Johnny Cash - I see a darkness
    http://www.youtube.com/watch?v=qys3eEKvmMg

    Amy Winehouse - Love is a losing Game
    http://www.youtube.com/watch?v=_XxXVOiaRKk

    Und ganz furchtbar depressiv-aggressiv-frustrierend finde ich ja "Dreaming of you" von The Coral (auch wenn mir das keiner glauben mag...). Einfach mal den Text erfassen, in dem sich jemand nach jemandem sehnt, aber entscheidet, dass es einfach ein Ding der Unmöglichkeit ist:
    http://www.youtube.com/watch?v=KRy8N1P1EUI

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  12. "Dreaming of you" ist ein sehr glücklich machendes Lied. Man möge mir das einfach glauben. Mr. Right könnte eventuell wissen warum.

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  13. Das ist dann ja mal der absolut subjektivste Zugang ever - aber die Diskussion hatten wir schon Mal :-) Ich beharre trotzdem auf der textnahen Analyse! :D

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  14. Ja. Allerdings. Da muss ich Frau Wortkomplex mal zustimmen. Allerdings nicht was "Dreaming of You" angeht. Ein sehr schönes Lied - aber weit von sad entfernt. Jedoch was den jeweiligen Hintergrund angeht, mit dem ein Lied verbunden wird.
    Nehmen wir zum Beispiel folgende zwei Lieder, die mir M2.O wahrscheinlich gleich um die Ohren hauen wird.

    Alexandra: Mein Freund der Baum
    http://www.youtube.com/watch?v=RO587MFgM00

    Das Lied kenne ich noch aus meiner Kindheit. Und ja, ich bin in einer Kleinstadt aufgewachsen. Und ja, ich hatte einen Baum. Mit Baumhaus und allem was dazugehört. Heute stehen da irgendwelche Mehrfamilienhäuser (Geißeln der Menschheit).
    Vielleicht muss man aber auch den Hintergrund der Sängerin kennen.

    Textlich ungeschlagen ist natürlich auch Szomorú Vasárnap. Hier drei Versionen, die man sich gut anhören kann:

    http://www.youtube.com/watch?v=48cTUnUtzx4
    http://www.youtube.com/watch?v=j8xImJxG9gA
    http://www.youtube.com/watch?v=N2fGWQKbX68

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  15. Up in my lonely room
    When I'm dreaming of you
    Oh what can I do
    I still need you, but
    I don't want you now


    Wie viel mehr "sad" soll es denn noch sein?

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  16. Sorry, sehr unhöflich auf Eure sorgfältigen Rückmeldungen so lange zu schweigen. Hier jetzt noch mal ein paar Rückmeldungen:

    - Raphaël: Caravane
    Das Lied ist schon gut, habe es mir sogar bei iTunes gekauft. Ich sehe hier zwei Probleme: 1) das Video ist lustig gemacht, nimmt dadurch aber etwas die Konzentration aus dem Lied 2) das Lied hat leider nur vier Töne/Akkorde. Das reicht für ein gutes Eskalations-Szenario, und das bringen sie mit dem "tö tö tödö" auch ganz gut über die Runden. Aber es ist eben doch eher ein "flow" song oder "ocean", in den man reingezogen wird und der dadurch bestehende melancholische Stimmungen verstärkt. Was aber fehlt ist gewissermaßen die eigene "Position", ein überraschendes, spontane Depression herstellendes Element.

    - Tori Amos: Crucify
    Das oben bemängelte liefert uns Tori natürlich im Übermaß. Sie spielt in Sachen Abwechlung und kompositorischer Rafinesse natürlich 99% der heutigen Musikproduktionen an die Wand. Ich hätte von dem Album jedoch eher auf Winter
    http://de.youtube.com/watch?v=nnboUbOGDOM
    zurückgefgriffen, da ich crucify eigentlich recht optimistisch finde?
    Ansonsten generell ganz, ganz ganz tolles Album, sollte jeder haben.

    - Eva Cassidy - Songbird: das gibt mir leider sehr wenig. Die Strophe ist mir zu backstreet-boys mäßig, die Bridge ist nicht schlecht, der Refrain durchwachsen. Was mich denke ich vor allem stört ist das ständige "nach Hause schaukeln" von Moll zu Dur.

    - Johnny Cash - I see a darkness
    Mit Johnny Cash macht man erst mal nichts verkehrt. In dem Stil finde ich jedoch Hurt zwingender?
    http://de.youtube.com/watch?v=SmVAWKfJ4Go&feature=related
    Ferner finde ich auch das reduzierte Original von Bonnie "prince" Billy zumindest in der ersten Hälfte noch überzeugender:
    http://de.youtube.com/watch?v=bYBVAfvRpps
    Ich glaube mich stört in beiden Versionen insbesondere die in der Mitte einsetzende Mehrstimmigkeit, die die vorher aufgebaute Intimität unterwandert.

    - Amy Winehouse - Love is a losing Game. Hmm. Da denke ich sofort an Tanzschule. DAS was traurig. Also meine erste Tanzschuhl-Runde mit 16. Aber davon abgesehen erreicht mich diese sehr abgezockte und kalkulierte Produktion nicht wirklich emotional. Wenn es schon Hochglanz-Soul sein soll, würde ich unbedingt das hier nehmen: http://de.youtube.com/watch?v=5_GgT3ZnYyw&feature=related
    Der Refrain ist für eine Mainstream-Produktion ein ziemliches Spektakel. Man achte bei 0.49 auf diese wunderbar im Hintergrund runterhackenden Gitarren-Akkorde, un dann der Harmoniewechsel bei 0.55! Wieso wieso wieso komponieren nur so wenig Leute so wenig gute Lieder.

    - "Dreaming of you" von The Coral: der interessanteste Beitrag. Man sollte sich hier durch die ironische punk-ska Fassade und Attitüde nicht täuschen lassen: da ist es jemandem ernst, und zwar ernster als etwa bei den "ich habe so viel Seele" Soul Nummern oben. Das hier ist sehr unmittelbar und direkt, auch ohne den Text ist das aufgrund des sehr, sehr schön ausgearbeiteten Refrains der erste Song hier der mich in der Tat melancholisch zu stimmen vermag.

    - Alexandra - Mein Freund der Baum. w u n d e r b a r! Es ist in der Tat hier nicht einfach sich süffisant-ironischer Lästerei zu entziehen, aber das Teil ist schon super. Der Refrain ist ja so krass. Herr Uniwave, da weine ich mit ihnen, schon aus Solidarität.
    Nicht zuletzt, weil ich einen ähnlichen Song habe:
    http://de.youtube.com/watch?v=jg4viIG4ZkE
    natürlich weniger subversiv, aber schöner 80er Refrain. Ich weiß noch ganz genau, das ich dazu in der Hitparade mit Heck in der Tat geweint habe.

    Gloomy Sunday - the notorious 'Hungarian Suicide Song'. Nicht mein Ding, weder textlich noch musikalisch.

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